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∆ Der Pinguin ∆

••• Dieses Gedicht widme ich den wunderbaren Tieren hier in Paracas, Peru. •••

Der Pinguin
Ein Gedicht in vielen Wellen.

Früh am Morgen, es war fast noch Nacht –
da haben wir uns aufgemacht.
Mit einem Boot, über Wellen und Gischt,
hinaus aufs Meer – Angst, die gab es ni(s)cht.

Wir schaukelten hin, wir schaukelten her,
ganz schön groß, dieses pazifische Meer.
Ganz aufgeregt und freudig, den Inseln entgegen,
denn dort leben sie, bei Sonne und Regen.

Doch nicht nur sie, nein viele andere Tiere teilen sich den Ort –
besonders kleine Vögel mögen es dort.
Die belagern die ganze Insel und lassen sich dort nieder,
fliegen ihre Bahnen und kommen immer wieder.

Doch schau doch, schau, das stand nicht am Plan –
da segelt vorbei ein Pelikan!
Und lässt sich friedlich nieder,
neben aberhunderten Freunden mit grauem Gefieder.

Der Schnabel lang, die Gurgel groß,
bisher nur am Stift gesehen, in echt sehr famos!
Neben der Peilkanherde schwimmen Kormorane,
große Vögel, in schwarz-weiß, lange Federn und Arme.

Weiter gehts, auf hoher See –
und dass ich mich nicht verseh –
vor uns und neben uns und überall rundherum
ein Seelöwenpärchen in schnellem Schwumm.

Die tauchen auf, sie tauchen unter,
küssen sich und bleiben ganz munter,
immer in der Nähe, zum Bestaunen ganz schön,
bis sie dann auf einer Insel bleiben stehen.

Diese Insel, genannt ihr Heim,
unter felsigem Bogen, alles aus Stein.
Dort leben sie zu Hunderten und mehr,
hören kann man ihr Gebrüll – weit über das Meer.

Aus dem Staunen kommen wir gar nicht mehr raus,
da lugt aus dem Wasser was Größeres heraus:
Der Rücken eines Wals, ich kann es fast nicht glauben,
da kommt noch ein zweiter und möchte dem anderen die Show rauben.

[wpvideo QoZhFe08 ]

Zwei Wale also, ganz nah am Boot,
der eine grün, der andere rot.
Ob das der Wahrheit entspricht, das kann ich euch nicht sagen,
ohne dichterische Freiheit wärs wirklich kaum zu ertragen.

Die Tiere haben wir gesehen,
die Farben, naja.
Aber jetzt horcht zu,
das Ende ist bald da.

So staunen wir noch über des Wales Größe,
als wir uns nähern der nackten Blöße –
eines oder zwei, drei Pinguinengestalten,
die sich ganz oben am Felsen anhalten.

Die Aussicht genießen und in die Ferne sehen,
so beobachten wir sie oben stehen.
Echte Pinguine, in der freien Natur,
das kommt echt nicht oft so vor.

Überglücklich und mit Kamera ausgestattet
haben wir auf diesen Moment gewartet.
Wie wunderschön und lieb die doch aussehen,
wie sie da oben auf der Insel stehen.

Erwartet haben wir nur das eine Tier,
bekommen haben wir so viel mehr.
Das kommt oft vor, dass am Wegesrand auch schöne Blumen stehen,
wenn man bereit ist, sie zu sehen.

Genug mit den Metaphern, mit den schweren Worten,
gesehen haben wir so viele verschiedene Sorten.
So viele Tiere in nur einer Tour,
na stellt euch das mal bitte vor!
Wunderschön wars und ich würds gern nochmal erleben,
wenn sich die Wale aus dem Wasser erheben.

Wenn die Pelikane ihre Schnabel mit Fischen befüllen,
die Seelöwen um die Gunst der Seelöwinnen brüllen.
Wenn die Pinguine ganz gelassen am Felsen stehen
und in die weite Ferne sehen.

Ich bin dankbar für diese Reise,
So viele Eindrücke und auf so schöne Weise,
die Welt zu sehen, mit schönen Geschichten im Gepäck,
so bewegen wir uns von einem zum anderen Fleck.

Lieber Pinguin, Pelikan, Wal und Seelöwe und all eure Freundinnen – danke fürs Herzeigen.

Ein Ort, der inspiriert.

In Liebe.

• K •

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∆ Über die kleinen und die großen Freuden des Alltags ∆

Auf Reisen vom Alltag zu schreiben, scheint etwas weit hergeholt zu sein. So etwas wie Alltag scheinen wir hier ja nicht zu haben. Immer unterwegs, immer neue und andere Städte und Plätze und Orte. Neue Routinen und neue Wege, die wir beschreiten. Und trotzdem – so etwas wie Alltag pendelt sich immer wieder ein.

Unserer besteht darin, dass wir gemütlich in unserem Zimmer sind und überlegen, wohin wir weiterreisen wollen. Was wir tun und lassen wollen. Was wir einkaufen und was wir essen. Alltagsmomente gibt es dann beim Einkaufen und Kochen, auch, wenn es überall etwas anders ist als daheim.

Wüstenalltag.

Alltägliche Momente ereignen sich also immer und überall. Und da kommen jetzt die großen und die kleinen Freuden dazu.

Kleine Freuden sind zum Beispiel, wenn wir unterwegs sind und plötzlich einen wunderschönen Baum, eine versteckte Galerie, ein Haus voller Schätze und Innenhöfe entdecken. Oder wenn der Wind durch das Zimmer weht, die Sonne hereinscheint und wir gemütlich faulenzen.

Dattel-am-Steckerl-Alltag.

Ach ja, die Sonne scheint! Wir sind in Lima, wir sind am Meer, wir sind im Warmen und Trockenen! Dazwischen waren wir noch in Huacachina, das ist eine Oase in der Wüste. Ja, einfach mal so zum Drüberstreuen haben wir uns gedacht, wir wollen eine weitere Besonderheit dieser Reise sehen: Sand, Sanddünen, Sandhügel, Sandlandschaften, Sand. Und dazwischen ein paar Häuschen, ein kleiner See und ganz viele Touristen.

Sandsturm-Alltag.

Für mich (mehr als für Gastón) war es echt so eine Freude mit dem Nachtbus zu fahren und mich komplett (180 Grad!) zurücklehnen zu können und im Bus hin und herschaukelnd in den Schlaf gewogen zu werden. Eingekuschelt in die Decke, das berühmte Hüttengefühl im Bauch und 17 Stunden später sind wir von Cusco in Huacachina angekommen.

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Dort war es ein Freude, hoch auf der Düne sitzend, der Sonne beim Untergehen und den Wolken beim Verfärben zuzuschauen. Doch, was sich danach zugetragen hat, war für mich die größte Freude: Schreiend, lachend und wildherumspringend sind wir den Berg im Dunkeln in großen Schritten hinuntergestolpert.

Wüstensonnenuntergangsalltag.

Einen Pool hatten wir da auch – oh, so fein! Und so unglaublich, dass wir am Tag zuvor noch in Cusco gefroren haben und uns kaum aus unserem Bett rausgetraut haben, weil es wirklich eisig kalt war. Im Pool liegend, die Sandhügeln im Hintergrund, den frischen Ananas-Wassermelonen-Saft schlürfend – solche Freuden „passieren“ uns immer wieder.

Luxusalltag.

Diese Freuden im Reisealltag. Die großen und die kleinen.

Eine ganz besonders große Freude hat sich gestern zugetragen. Da hatte nämlich mein großer Bruder Geburtstag und ich habe zuhause angerufen und wessen Gesicht habe ich gesehen? Das meiner Oma! Ach, war das eine Überraschung und Freude! Ich hab dann mit ihr und nacheinander mit allen geredet und dann auch dabei sein können, wie mein Bruder unser Geschenk aufgemacht hat. Eine erfüllende Freude, die ich den ganzen Tag mit mir herumgetragen habe.

Telefon-Lama-Alltag.

Dann hab ich auch noch mit meiner anderen Oma geredet und die war ganz hin und weg, dass ich sie von so weit weg anrufen kann. Und ich hab ihr dann erzählt, dass wir bald heimkommen und das hat sie so gefreut! War das ein schöner Moment! Dass wir es uns dann ganz gemütlich machen und wir ihr von der Reise erzählen sollen und dass sie uns umschlingen wird, hat sie gesagt. Ich hatte Tränen in den Augen, so sehr hat mich diese kurze Oma-Zeit in Lima mit beiden Omas gefreut.

Lima übrigens. Wir haben ein Zimmer gemietet und leben mit zwei Burschen aus Lima in einer Wohnung. Was das Besondere an der Wohnung ist, ist die Dachterrasse mit Pool mit Ausblick mit Sonnenuntergang mit Meer mit so viel Freude. Hui, ist das ein Gefühl, hoch über den Dächern Limas, die Stadt überblickend, das Meer bestaunend zu schwimmen. Fast hoheitlich!

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Gestern hat uns dann auch noch ein Freund von Gastón in einer Radiosendung erwähnt – er arbeitet in einem Sender in Buenos Aires und als Gastón ihm geschrieben hat, dass wir ihm lauschen, hat er ein paar Minuten später der ganzen Welt (also zumindest allen, die zugehört haben) erzählt, dass Gastón und Katharina gerade auf Hochzeitsreise sind und dann gemeinsam nach Österreich ziehen. Ach, war das ein cooler Moment! Wer wird schon einfach so in einer Radiosendung erwähnt?! Freude, Freude, Freude!

Fruchtviel-Valltag.

Aber nicht alles ist Freude. Nicht alle Momente sind freudig und schön. Es kommt zu Auseinandersetzungen, weil wir müde und hungrig oder enttäuscht sind. Es ist anstrengend, es ist viel. Wir sind die meiste Zeit nur nur nur zu zweit und das kann einfach auch in manchen Momenten zu Reibungen führen. Nicht alles ist Freude. Aber die Momente der Freude im Alltag sind weitaus mehr und größer als der Rest. Und selbst der Alltag ist schön hier.

Auf-dem-Auto-in-der-Wüste-Pose-Alltag.

Denn wir lassens uns wirklich gut gehen. Immer wieder genießen wir ein Stück Torte, eine Empanada, ein feines Essen hier und dort. Beim Einkaufen suchen wir uns die Dinge aus, die uns Freude machen und das sind meist ganz viele Früchte in unterschiedlichsten Farben – wir essen bestimmt jeden Tag eine Mango, ein paar Bananen, ein Stückchen Wassermelone und Ananas, eine Avocado und weitere Wunderbarkeiten, die hier günstig sind und frisch wachsen. Hier wächst die Freude, könnte man im Sonnentor´schen Slang sagen!

Blüten-Buntheits-Essens-Alltag.

Wir sitzen gerade in einem Café, ich schreibe, Gastón telefoniert. Immer wieder schauen wir uns freudestrahlend an. Wir sind so glücklich miteinander. Miteinander zu sein, zu reisen, zu leben. Das mögen wir.

Gemeinsam-Ess-Alltag.

Diese Momente machen das Leben so schön.
Was für eine Freude!

• K •

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∆ Reisemomentaufnahmen ∆

Da mir in den letzten Tagen so einige Dinge zum Thema Reisen hier eingefallen sind, möchte ich euch heute ein paar dieser Gedankenblitze und Alltagsmomentaufnahmen mit euch teilen.

Und auch ein paar dieser Fotoperlen: Hier in Cusco

Nummer 1 – Luft

Wie ihr ja wisst, sind wir in Bolivien und mittlerweile hier in Peru unterwegs. Und was es hier neben Märkten, lauten Straßen und bunten Stoffen noch gibt, ist eine ungeheure Höhenlage. Und diese bringt so einige Strapazen mit sich. Noch nie habe ich das so in meinem Körper gespürt, was die Welt mit mir macht. Aber in diesen letzten Wochen merke ich immer wieder, wie schnell ich außer Atem bin, wie sehr die dünne Luft auf meine Lungen drückt und wie oft ich das auch wieder vergesse und mir denke, das kanns doch nicht sein! Warum kann ich schon wieder nicht atmen?! Hier seht ihr mich überglücklich und zur Abwechslung mit Luft in einer der Gondeln hoch über La Paz:

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Vor ein paar Tagen ist mir dann was passiert, das ich bisher noch gar nicht kannte. Und zwar haben wir auf unseren Nachtbus gewartet (und gewartet und gewartet), ich war übermüdet und plötzlich ist mir so schwindelig geworden, dass ich fast umgekippt wäre. Hui! Das war was! Zweimal hat es mich fast donidraht (haha, dieses Wort trifft es einfach passend!), zum Glück ist es dann besser geworden und beim nächsten Mal weiß ich schon, was ich tun muss und zwar:

Nummer 2 – Coca-Blätter

Gegen diese Höhenluft und -schwindeligkeit hilft diese Pflanze nämlich besonders gut! Seit Jahrhunderten (wenn nicht Jahrtausenden) wird die Pflanze hier in den Andenregionen bis nach Kolumbien hinauf konsumiert und hilft so gegen Müdigkeit, Schwindel, Hunger und Höhenkrankheit, weil sie die Sauerstoffaufnahme erleichtert. Und so trinken wir (fast) immer, wenn wir im Bus längere Strecken fahren oder eine Wanderung machen, Coca-Tee. Auch Kokain wird von der gleichen Pflanze hergestellt – aber keine Angst, der Tee ist harmlos, hilft in diesen Mengen und dieser Konzentration aber sehr! Und die gute Wirkung merken wir immer gleich, sehr praktisch also!

Keine-Drogen-Ring-Inszenierung

Nummer 3 – Regen

Ach Leute. Es regnet so viel hier in der Gegend, in der wir unterwegs sind. Ja, es ist Regenzeit. Und ja, wir hätten uns vielleicht vorab etwas besser informieren können. Aber dass es so viel regnet, damit haben wir nicht gerechnet. Der Regen an sich ist ja schön – alles wächst und gedeiht. Wasser ist Leben. Aber – und das ist besonders beim Reisen nicht schön – wenn alles nass ist, weil es den ganzen Tag regnet, die Unterkunft eisig kalt ist, es weit und breit nicht den Anschein einer Heizung oder Sonnenstrahlen gibt, dann ist das einfach anstrengend.

Wir werden zum Glück immer kreativer – Gastóns neuer Trend heißt: Zeitungspapier statt Socken, meine Devise lautet: Wir nutzen alle nicht-nassen Flächen und breiten unsere Kleidung darauf aus. Und irgendwie wird immer alles gut – und trocken. Jetzt zum Beispiel hängt meine Hose am Sitz vor mir im Bus, denn hier gibt es so etwas wie eine Heizung.

Hier zur Abwechslung mal ein Momentchen Sonne

Nummer 4 – Klos

Die Anzahl an lustigen Klos nimmt pro Kilometer zu, ob im Bus, im Eco-Hostel oder irgendwo im Wald. Besonders beim Reisen gehört ein gewisses Abstandnehmen vom Luxus dazu. Das geht damit einher, dass man Wasser im Klo aus einer Tonne ins Klo schütten muss oder mitten in der Nacht das gemütlich warme Bett verlassen und über den Hof zum zusammengeschusterten Klo wandern muss. Im Bus währenddessen wird man auf cirka 15 Schildern freundlich und warnend darauf hingewiesen, dass man nur Pipi machen darf und dabei schleudert es einen wegen der ganzen Bergstraßen im ganzen Klöchen (die sind so klein, dass sie eine Verkleinerungsform verdienen) wie wild herum.

Da die Spülungen auch nicht so stark sind, wird das Papier ausschließlich und überall in den Mistkübel neben dem Klo geschmissen. Wie der Geruch da sein kann, darf sich jede und jeder selbst vorstellen. Ich bevorzuge in einigen Fällen dann einfach oft das Freiluftklo hinter einem Baum, Stein oder irgendwo im Gebüsch.

Na so ein lustiges Thema, diese Klos! (Hier sind wir übrigens nicht am Klo, sondern in einer Riesenplastikkugel am Titicacasee)

Nummer 5 – Herbergssuche

Was jedes Mal wieder ein Abenteuer ist, ist das (Aus-)Suchen einer Wohnung für die kommenden Tage. Mal wollen wir ganz alleine sein, mal trauen wir uns in ein Hostel. Mal möchten wir die bestmöglich ausgestattete Küche, mal reicht uns ein gemütliches Bettchen. Mal planen wir im Voraus, mal kommen wir an und lassen uns von den Angeboten überraschen.

Besonders genießen wir die Zeit, wenn wir eine kleine feine Wohnung mit eigener Küche haben, aus dem Hostel-Sozializing-Alter sind wir beide irgendwie draußen. Wir versuchens immer wieder, und kommen immer wieder drauf, dass wir doch gern unsere Sachen zu unserer Zeit machen wollen. Und das womöglich ohne Smalltalk über unsere Reise zu führen. Klingt hart, ist aber so. Gastón ist super begabt im preiswerte Wohnungen finden, schreibt dann auf Spanisch mit den Leuten, organisiert und sucht den Weg raus. Ich sitze dankbar daneben und freue mich, so einen praktischen (Reise-)Partner zu haben.

Mal schauen, welche Wohnungen wir in Peru finden werden…

Nummer 6 – Busfahrten

Busse. Wie viele wir schon genommen haben, kann ich gar nicht sagen. Es waren viele. Viele lange Fahrten. Fahrten am Tag und in der Nacht. Bei Regen und bei Hitze. Oh Busfahrten. Und wisst ihr was? Ich mag sie immer noch. Besonders die Nachtbusfahrten finde ich sehr gemütlich. Wahrscheinlich weil ich dieses kleine Hüttengefühl so mag! Hüttengefühl, weil es sich anfühlt, als wär man in einer Kapsel und alles rundherum ist egal, weil es drinnen so gemütlich ist. Und die Busse hier haben echten Gemütlichkeitsfaktor! Mit Decke und Zurücklehnen bis fast 180 Grad, schön warm und beim Einschlafen an einem anderen Ort als beim Aufwachen. Sehr besonders, diese Busfahrten.

In unserer Bussuite

Nummer 7 – Märkte

Oh diese Farben! Oh diese Vielfalt! Oh dieses bunte Treiben! Oh diese Märkte! Immer wieder schlendern wir durch die Lebensmittel-Haushalts-Tante-Emma-Laden-Märkte und erfreuen uns an all der Buntheit, die diese zu bieten haben. So viele Früchte, deren Namen, geschweigedenn Geschmack uns neu sind. So viele Farben der Gewürze und getrockneten Kräuter. So viel Krimskrams, dass ich mich immer wieder frage: Wer kauft das alles?!

Das, meine Damen und Herren, sind ausschließlich Erdäpfel! Es gibt in Peru über 500 Sorten!

Märkte haben etwas ganz Besonderes. Und sind auch anstrengend. Oft kaufen wir nur eine Kleinigkeit und lassen uns von den Massen treiben, bleiben innehaltend stehen oder genießen einfach die Magie an diesen Orten. Eine Sache, die mich besonders freut, ist, dass es fast auf jedem Markt mindestens fünf Stände gibt, an denen frische Frucht- und Gemüsesäfte und Obstsalate angeboten werden! Da wird das Herumschlendern gleich noch besser!

Wenn mein Grinser fast explodiert, heißt das, dass es wunderbares Essen gibt!

Nummer 8 – Menschheitsgeschichten

Wie viele Gedanken ich mir hier über die Zusammenhänge der Welt mache, ist kaum vergleichbar mit dem, was ich bisher getan habe. Zumindest in diesem Kontext. Wie viele Fragen ich und wir uns stellen: Wie war das Leben vor der „Entdeckung“ Amerikas? Wo ist Kolumbus gelandet und warum lernen wir in der Schule nur so einseitig darüber? Was hat es mit „Zivilisierung“ zu tun und warum hatten die Incas so ein riesengroßes Reich? Wie konnten die Sprachen (in Bolivien sind es neben Spanisch noch andere 35 anerkannte offizielle Sprachen) bis heute bestehen?

Woher kommen diese Sprachen und warum habe ich mich noch nie gefragt, warum ein gesamter Kontinent Spanisch (und Portugiesisch, Französisch und Niederländisch) spricht? So weit weg von Spanien (Portugal, Frankreich und den Niederlanden)? Wie kann es sein, dass in Bolivien 90% der Bevölkerung indigen ist, während es in Argentinien gerade einmal 10% sind? Und woher kommen diese anderen 90% dann? So viele Fragen, so viele Gedanken, so viele Geschichten – diese Menschheitsgeschichten.

Incakönige neben Plastikbooten am Titicacasee
Hier eine fesche Ureinwohnerin mit originaler Tracht

Nummer 9 – Badezimmer-Minimalismus

Wir reisen im Moment mit recht wenig Gepäck – wir beide haben einen Handgepäcksrucksack, der um die 8 Kilo wiegt. Und trotzdem haben wir immer wieder das Gefühl, dass es weniger sein könnte. Dass wir doch weniger Sachen brauchen, als wir mitgebracht haben. Eine Sache, die wir wirklich minimalistisch betreiben, ist die Badezimmerausstattung. Wir haben ein Stück Seife und unsere Zahnbürsten.

Shampoo verwenden wir beide nicht – darauf bin ich übrigens besonders stolz: Seit September wasche ich meine Haare nur noch mit Wasser und es funktioniert! Stellt euch das mal vor! All das Plastikverpackungs-Chemie-Zeug brauche ich nicht mehr! Manches Mal funktioniert es nur solala, meistens bin ich so glücklich darüber, dass sich meine Haare auf diesen Rhythmus eingestellt haben. Ich merke sofort die Wasserqualität und manchmal muss ich einfach mit mit nicht so feschen Haaren leben. Aber meistens bin ich so zufrieden, diesen Weg eingeschlagen zu haben! Ein Hoch auf den (nachhaltigen, umweltschonenden, gesunden, günstigen) Minimalismus!

Hier noch interessantes Detail zum Badezimmer: Die Duschen sind elektrisch, die Kabel und das Licht gleich neben dem Wasser. Ob so etwas in Österreich erlaubt wäre…?

Das wars mal mit den Momentaufnahmen. Wir sind jetzt in Peru, in Cusco genauergesagt. Die Stadt war die „Hauptstadt“ des Inca-Reichs und zeugt auch heute noch von ganz viel Kultur und Geschichte. Sehr interessant! Wir werden die nächsten Tage hierbleiben, weil wir so eine gemütliche Wohnung (mit Küche! Endlich können wir unsere superguten Speisen wieder selbst zubereiten!) gefunden haben.

Schaut euch dieses von Hunger und Dankbarkeit verzerrte Gesichtchen an!

Vor ein paar Tagen haben wir in Puno (das ist bereits Peru) eine schwimmende Insel-Stadt auf dem Titicaca-See besucht. Die Menschen sind vor 500 Jahren vor den Incas auf den See geflohen und haben sich dort „sesshaft“ gemacht. Die Inseln sind aus Seegras, die Häuser auch. Schule und Krankenhaus gibt es auf einer Insel, Restaurant und Solaranlagen auf der anderen. Ein paar der Bewohnerinnen haben eine kleine Show für uns gemacht, wir durften uns verkleiden, mit dem Boot fahren und die Einzigartigkeit dieser Stadt genießen. Sehr spannend bisher, dieses Peru.

Abgelegen und weit weg von Zivilisation? Nicht auf dieser Insel: Mit Kreditkarte kann man sich hier alles kaufen!
Auf der schwimmenden Inselstadt

Ihr lest von mir.

• K •

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∆ Bolivien ∆

Eine Momentaufnahme.

Wir sind in einem Apartment in La Paz. Neben dem Fenster schweben die eifrigen Gondeln auf und ab. Gastón spielt auf seiner Charango (ein traditionelles 12-Saiten-Instrument aus Nordargentinien und Bolivien). In der Küche riecht es nach Quinoa.

Hoch über La Paz

Bolivien.

Seit etwas mehr als einer Woche befinden wir uns nun in diesem Land voller Widersprüchlichkeiten, weiter Landschaften, Flamingos, Lamas, Schnee und ganz viel Tohuwabohu.

Tohuwabohu sagst du? Hier ist es doch ganz ruhig. Tss.

Bolivien.

Ein Land, das ich ganz anders eingeschätzt habe. Ein Land, von dem ich bisher nicht viel gehört oder gesehen habe. Zumindest nicht bewusst. Ein Land, das mich ab den ersten Momenten mit seiner Buntheit, seiner Vielfältigkeit, seinen Menschen, seinen Landschaften überzeugt hat.

So scheeee

Bereits nach ein paar Tagen hier haben wir uns entschlossen, ein (touristisches) Abenteuer zu buchen. (Ja, man kann Abenteuer buchen. Was dabei rauskommt, das ist aber nicht immer alles inklusive.). Von Tupiza, das liegt im Süden Boliviens, nach Uyuni wollen wir reisen. Eine mehrtägige Tour, vorbei an bunten Lagunen, Lamaherden und Vulkanen bis zur größten Salzwüste der Welt. Das wollen wir, das machen wir.

Kurz haben wir überlegt, ob wir den Trip auf einem Lama reitend machen sollen. Haben uns dann doch für den Jeep entschieden.

Und so sind wir gemeinsam mit einer kleinen internationalen Gruppe, einer Köchin, zwei Guides in zwei Allradfahrzeugen aufgebrochen. Und nichtsahnend sind wir durch bergige Straßen, rauf und runter getuckert, haben ein Mittagessen in der Wildnis genossen und im Jeep über dies und das geplaudert. Bis es plötzlich zu regnen angefangen hat.

Ein Picknick in der Wildnis. Wie fein!

Der Regen hier in der Regenzeit lässt nicht mit sich scherzen. Das sag ich euch. Der Regen hier macht kleine Rinnsale zu Flüssen, Flüsse zu Seen und Straßen zu unbefahrbaren Gatschmassen. Und mitten in diesen Gatsch-Wasser-Massen nun zwei Jeeps geladen mit Erwartungen und ganz viel Gepäck. Geladen mit dem Essen für die nächsten Tage, dem kompletten Gepäck aller Mitreisenden und der immer tiefer sinkenden Motivation dieser.

So traurig war es zwischenzeitlich.

Nach einem äußerst traurig aussehenden Flamingo, alleine in seiner grauen Wasserlatsche, einer Reifenpanne und zwölf Stunden im Auto, haben wir dann dank unserer ausgesprochen kompetenten Guides eine Unterkunft für die erste Nacht gefunden. Kalt, durchnässt – wir sowie unser gesamtes Gepäck – und unruhig, was die nächsten Tage bringen werden, haben wir die Nacht auf Matratzen am Boden verbracht.

Fast hätten wir in diesem Refugium schlafen müssen. Na das wär was gewesen.

Am nächsten Morgen ging es dann weiter, das Wetter meinte es etwas besser mit uns und so beschlossen wir, einen Um-Weg über die Berge zu nehmen, um dem Regen etwas zu entkommen. Und was passiert mit Regen, dem es zu kalt wird? Schnee! Richtig! Vorbei an unendlichen Weiten, ging es in Landschaften, von denen ich bisher nur träumen konnte. Rote Steinwüste, im Hintergrund angezuckerte Vulkane. Vorbei an tiefen Schneelandschaften, grasenden Lamas, bunten Lagunen. Hin zu Vulkansteinskulpturen, die die Fantasie erwecken, rosafarbenen Wolken, Flamigos, soweit das Auge reicht.

Das über uns sind übrigens fliegende Flamingos
Spaß unterm Steinbaum

Auch durch Ortschaften sind wir gefahren. Ortschaften, die von Minenarbeit und Tourismus leben. Häuschen, die aus Lehmziegeln gebaut sind, die Dächer aus Wellblech mit Steinen befestigt. Und in einer dieser Ortschaften haben wir unsere zweite Nacht verbracht. Alle gemeinsam in einem Raum, Heizung gab es nicht. Dafür ganz viele Decken, heißen Tee und gemeinsames Essen.

Hier lässig in Villa Mar.

Unsere Gruppe hat sich in diesen Tagen unter diesen Umständen ziemlich gut kennengelernt. Wir waren mit Leuten aus Irland und Schweden im Auto, im anderen waren Franzosen und eine Italienerin. Unsere Guides und die Köchin waren aus Bolivien und haben ihre Arbeit sehr ernst genommen. Immer wieder haben sie uns informiert, in die Entscheidungen miteinbezogen und ihre Arbeit so gut gemacht. Gastón hat auch für einen Gruppen-Insider gesorgt: Am zweiten Tag hat er seinen Ehering nämlich verloren. Und nachdem wir ihn im Schnee gefunden haben, hat er sich gedacht, er verliert ihn gleich nochmal. Und wir haben ihn wieder gefunden. Irgendwo zwischen allem Gepäck. So ein Glück! Und ein Running (oder soll ich Ringing sagen? Haa.) Gag noch dazu!

Unsere Gruppe – alle gemeinsam mit Agustina, Roberto und Pancho
Festlich geschmückt unsere Flitterwochenkutsche.

Am dritten Tag hat sich die Wetterlage verbessert und so konnten wir unsere Tour wie geplant fortsetzen – wieder an Vulkanen, grasenden Vicuñas (die Vorfahren der domestizierten Lamas) und Quinoa-Plantagen vorbei zu riesigen Steinformationen und einer schwarzen Lagune. Diese ist umgeben von roten Felsen und einer schier unechten Landschaft – Grashügel, Wassertümpeln, Lamas und der unendlichen Stille bolivianischer Wildnis.

Wenn das ein Einhorn gewesen wäre, hätte mich das auch nicht überrascht.
Roberto, unser gutgelaunter Guide beim Spielen in den Bergen.

Auf dem Weg nach Uyuni haben wir wieder in paar Mal Halt gemacht, ein Mittagessen on the road genossen, einen Condor über einer Schlucht fliegend beobachtet und uns an der Landschaft erfreut. Ich kann es gar nicht oft genug sagen, wie hin und weg ich von dieser Vielfältigkeit hier bin! Die Farben, die Weiten, die Höhen. Alles scheint einfach ruhig dazusein und darauf zu warten, bestaunt zu werden.

Hier ein Steinkamel neben anderen eindrucksvollen Steinhaufen.
Das war nur einer der Flüsse, durch die wir durchgefahren sind – die Landschaft unberührt und wunderschön

In Uyuni angekommen, hat es wieder stark zu regnen begonnen und wir konnten unseren geplanten Sonnenuntergang in der Salzwüste nicht sehen. Stattdessen haben wir die Nacht in einem Salzhostel verbracht – ja, ihr lest richtig. Ein Hostel, das komplett aus Salz gebaut ist. Die Betten, die Sessel, die Wände. Alles aus Salz.

Kathsalzarina auf Salzbank vor Salzwand.

Am nächsten Morgen haben wir uns bereits um kurz nach 5 Uhr aufgemacht in die Salzwüste – und wurden mit einem unglaublich schönen, beruhigenden, faszinierenden, unendlichen Sonnenaufgang belohnt. Da gerade Regenzeit ist, liegt auf der Salzweite (das war übrigens vor Tausenden von Jahren ein Salzsee) Wasser. Und so spiegelt sich alles, ja wirklich alles, was rundherum passiert, darin.

So ein besonderer Moment!
Schaut, wie schön! Die Guten-Morgen-Wölckchen.
Einfach wunderbar, solche Momente teilen zu können.

Nach dem Frühstück im Salzhotel, mitten am Spiegelsee haben wir natürlich noch ein paar sehenswerte Schnappschüsse macht. Für mich war das eine Riesenfreude, barfuß durch die Wasser-Spiegelfläche zu springen, zu turnen, optische Illusionen zu inszenieren und dabei die Einzigartigkeit dieser Momente zu genießen.

Mandalagaudi
Ein Küsschen in der Unendlichkeit
Was für eine Freude!

Nach diesen vier Tagen voller Abenteuer, lustigen und ernsten Momenten, nach Tränen der Erschöpfung, nach Staunen und Innehalten und mit einem Gefühl von erfüllender Dankbarkeit, einen so wundervollen Teil dieser Erde kennengelernt zu haben, sind wir im Nachtbus nach La Paz gefahren.

Danke, liebe Gruppe. Es war mir ein Fest!

Hier genießen wir den Komfort einer Dusche, des mit Abstand besten öffentlichen Verkehrsmittels, das ich je erlebt habe (dem Mi Téléferico – das ist die Seilbahn, die die bergige Landschaft in dieser Stadt um einiges leichter miteinander verbindet und bei jeder Fahrt einer atemberaubenden Sicht auf die Stadt erlaubt). Wir genießen die vielfältigen Möglichkeiten essen zu gehen oder nur durch das Gewimmel in den Märkten und den von bunten Stoffen gesäumten Straßen zu schlendern.

Hier ein kleiner Einblick – am Hexenmarkt werden Lamafötusse für rituelle Zwecke verkauft. Ein Föto sozusagen.

Bei uns ist es gerade Mittag. Wir haben einen gemütlichen Vormittag in unserer AirBnB-Wohnung hinter uns. Gastón überlegt sich Routen für die nächsten Wochen, in der Küche riecht es nach Quinoa, draußen hat es 7 Grad. Wir haben vor, wieder ein bisschen mit der Seilbahn die Stadt zu erkunden und am Abend gönnen wir uns ein Flitterwochen-Dinner in einem der feinsten veganen Lokale des Kontinents.

Hat jemand feines Essen gesagt? Wir kommeeeeen!

Bolivien.

Ich freu mich auf das, was kommt und erfreue mich an dem, was war. Wie wunderbar schön doch das Reisen ist. Wie abwechslungsreich, fordernd, atemberaubend, friedlich und lebensgeisterweckend das Erleben der Fremde doch sein kann.

Bolivien. Ich schätze dich sehr.

Ein Dankmal.

• Deine (eure) K. •