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Die Perlen der Wirklichkeit

„Ja, was bleibt denn?“, fragt meine Mama mit dem Staubsauger in der Hand, die Popcorn unseres Filmabends wegsaugend. „Wenn es nicht diese Momente sind, dann weiß ich es auch nicht.“ Ja. Was bleibt denn?

Sie färben den Alltag bunt, machen das Herz warm und die Erinnerungen tief. Aus einer scheinbar alltäglichen Situation das Besondere herauszuholen, darum gehts dabei. Wovon ich spreche?

Von den Perlen der Wirklichkeit. Diese außer-ordentlichen Momente, die von Einfachheit, Liebe, Zusammenhalt und vollstem Genuss nur so übersprudeln. Diese Perlen der Wirklichkeit.

Gerade eben komme ich von einem solchen Perlen-Erlebnis. Voller tiefer Dankbarkeit und dem warmen Gefühl, dass das das Leben ist. Dass das mein, unser Leben ist.

Und was bleibt von diesem Leben? Diese Frage stelle ich mir immer wieder. Denn ihre Antwort soll mein Leben leiten.

Die Perlen der Wirklichkeit bleiben. Die glänzenden, die scheinenden, die tiefen Momente mit den wichtigsten Menschen bleiben. So ist das. Diese Perlen der Wirklichkeit, die so wichtig sind. Und so kostbar, echt, verbindend, friedlich, leuchtend und wunderschön.

Falls ihr die genaue Geschichte wissen wollt: Wir haben für unsere Jüngsten im Haus einen Gemeinsame-Zeit-Adventkalender vorbereitet. Und heute stand ein Filmabend am Plan. Mit Matratzen am Boden, Filmprojektion an der Wand, Popcorn und der ganzen Familie. Ein Abend voller Lachen, „Ma, danke“ und dem warmen Gefühl, gerade etwas ganz, ganz Besonderes zu machen.

Und das ist es, was bleibt. Diese Perlen der Wirklichkeit.

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Wellen schlagen

Immer wieder verändere ich mich. Und dadurch verändert sich auch mein Umfeld. Ich schlage Wellen.

Ich suche Menschen um mich, die diese Veränderungen mit mir tragen können. Die sich inspirieren lassen, die mich inspirieren. Immer wieder verändere ich mich und mein Umfeld.

Besonders in den letzten Wochen habe ich festgestellt, dass meine Ideen, meine Worte, mein Tun – ja, mein Sein – Veränderungen hervorrufen. Besonders in den letzten Wochen ist mir das immer wieder gesagt und bewusst geworden: Ich verändere mein Umfeld.

Was für ein glückliches Los ich gezogen habe! Wie schön, dass Menschen auf mich hören! Wie schön, dass ich etwas zum Guten, zum Besseren verändern kann. Was für eine Verantwortung sich dadurch aber auch ableitet…

Ich denke, dass ich nicht erst seit ein paar Wochen Wellen schlage mit meinen Ideen, meinen Worten und meinen Handlungen. Aber im Moment ist die Resonanz besonders groß.

Besonders in meiner Arbeit merke ich, wie meine Art, mit Menschen umzugehen, auf Anklang stößt. Wie sonst könnte ich es erklären, dass Menschen auf mich zukommen und mir sagen, dass ich so eine Wirkung habe? Dass sich durch mich – in dieser neuen Situation und unter diesen Umständen – gerade so viel tut?

Ich glaube so stark an Selbstliebe und darf einen Workshop dazu machen. Ich liebe buntes, friedliches Essen und merke, wie ganz nahe Menschen in meinem Leben plötzlich so kochen, wie sie es auch bei mir gesehen haben. Ich setze mich für Gleichberechtigung im Kleinen ein und sehe die Früchte davon bereits nach ein paar Tagen. Ich spreche mit Kindern und über sie in einer feinen, wohlwollenden Art und merke, wie sie mir jeden Tag mehr vertrauen.

Es tut so gut, Anklang in der Welt zu finden. Es tut so gut, nicht alleine zu sein als kleine Welle im Ozean des Umbruchs. Es tut so gut, für das, wofür ich stehe, Rückmeldung und Resonanz zu spüren.

Ich bin die Veränderung, die ich mir für die Welt wünsche. Und das ist eine großartige, herzerwärmende und motivierende Tatsache, die mich weiterbringt.

Diese Wellen, die wir schlagen – sie kommen weiter als wir denken. Wie dankbar ich bin, Wellen der Veränderung, des Friedens, der Lebensfreude schlagen zu dürfen.

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Auszeichnung der Langsamkeit

Würde heute der Titel für die langsamste Langsamerin der Welt verliehen werden, würde ich mich nominieren. Ob ich ihn gewinnen würde, diesen Titel, das ist eine andere Frage.

Heute war nämlich mein Tag der Langsamkeit. Und nicht – wie ihr vielleicht annehmen könntet und was auch meinem Stil entsprechen könnte – gemütlich daheim oder langsam im Wald, in meiner Geburtstagshöhle oder beim Nichtstun. Nein! Heute war ich in meiner Arbeit in zwei Momenten besonders, besonders langsam.

Das Schöne an meiner Arbeit ist, dass das eine gute Sache ist. Entgegen aller Ansichten moderner Gesellschaftsfanatikerinnen. Entgegen aller höher, schneller, besser Denkenden. Langsam ist das neue Gut. Gut und gut.

Also, um auch euch davon zu überzeugen, dass der Titel der Langsamkeit wohlverdient wäre, erzähl ich euch meine Geschichte:

Es ist 7 Uhr morgens. Ein Kind kommt in die Gruppe. Es sucht keine Spielsachen, es setzt sich nicht hin. Nein. Es fängt zu spielen an, in einer ganz anderen Weise, als ich das erwartet hätte. Es beginnt zu gehen. Und geht und geht und geht. Am Teppich entlang, den Blick auf ihre Füße gerichtet. Mal schneller, mal langsamer. Aber immer gehend. Es blickt manchmal kurz auf, schaut, was ich mache. Und geht weiter. Ich schaue. Schaue, was es macht. Schaue und habe Zeit. So machen wir das für 15 Minuten. 15 Minuten voller Schritte, meditativ, gleichmäßig, höchstkonzentriert. Das ist der Beginn meines Tages.

Die zweite Geschichte ereignet sich am Ende meines Arbeitstages. Ein Kind ist noch da. Ich sehe, dass es den Wasserhahn fokussiert und drehe den Wasserstrahl leicht auf. Halte meine Hand darunter und ziehe sie wieder zurück. Das Kind beginnt – zuerst zögerlich, dann immer entspannter – das Wasser über seine kleine Hand rinnen zu lassen. Es beobachtet genau. Probiert aus. Mit einer Sorgfalt, einer Konzentration, mit einer Hingabe, die kaum beschreibbar ist. Das geht 10 Minuten so dahin. Ich sitze hinter dem Kind, bin da. Beobachte, nicke zustimmend, bin still.

So. Langsam.

Ich beginne meinen Arbeitstag und ende ihn in einer Langsamkeit, die unfassbar gut tut. Ich bin mir im Klaren darüber, dass nicht ich die Künstlerin der Zeit bin. Nein.

Würde heute der Titel der langsamsten Langsamerinnen verliehen werden, würden ihn diese zwei kleinen Menschen verliehen bekommen. Mit Hingabe, Konzentration und viel Sorgfalt haben sie sich diesen Titel wohl verdient.

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Zum Geburtstag

Zum Geburtstag für mich schreib ich ein Gedicht. Es ist stark vom letzten Text und Gedicht inspiriert und beschreibt meinen wunderbaren Tag.

Weine.
Weine vor Freude. Und Berührung. Weine, weil die Zeit vergeht und dich das traurig macht. Weine und lass dich halten. Weine vor Freude und Berührung.

Spiele.
Spiele mit Essen, mit Farben, mit Licht. Baue dein Nest. Schütte Glitzer über dich, verteile es in der Luft, auf dem Boden. Schaue zu, wie es funkelt im Licht. Staune. Spiele mit Blättern im Wald, mit Worten und Gedanken.

Reise.
Reise zurück. Schau dir alte Fotos an. Finde Spielsachen, die du geliebt hast. Versinke in Erinnerungen. Teile sie und lass dich mitreißen von Erzählungen über die alten Tage, die junge Kindheit.

Atme.
Atme tief ein. Die kalte Luft, den warmen Duft. Atme und sei ganz da. Atme und merke – das ist dein Moment.

Gehe hinaus.
Gehe hinaus in den Wald, über die Wiesen. Gehe hinaus und gehe hinein. So schön ist es draußen, so schön ist es drinnen.

Genieße.
Genieße die Aufmerksamkeit und den Kuchen. Genieße es, Geschenke zu bekommen und nimm sie an. Genieße jeden Atemzug und die Tatsache, dass sich Menschen freuen, dass es dich gibt. Genieße diesen Ruhm, genieße diese besondere Stimmung an diesem besonderen Tag.

Freue dich.
Freue dich, dass es dich gibt. Freue dich, dass es die anderen gibt. Freue dich über den Kuchen, die Langsamkeit und die Zeit, die du mit den allerwichtigsten Menschen verbringen durftest und darfst. Freue dich über jede Umarmung, jedes Wort, jede liebe Geste.

Feiere.
Feiere deinen Tag, feiere das Leben. Heute und morgen und an ganz vielen Tagen. Feiere das Große, feiere das Kleine. Lass dich feiern, lass dich tragen.

Ich bin unendlich dankbar, zutiefst gerührt und von Herzen froh, so ein wunderbares Leben zu haben. Voller Liebe, Licht, Glitzer und dem warmen Gefühl, von so vielen Seiten geliebt zu werden.

Liebe Welt, danke für diesen Tag.

Mein Geburtstagsglitzerstaub.
Meine Geburtstagshöhle.
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Geschüttelt und gerührt.

Ich lese die Worte und es schüttelt mich. Ich bin berührt und gerührt. Und warum, das möchte ich euch sagen:

Eine amerikanische Künstlerin hat ein so wunderbares Gedicht geschrieben, das ich gerade entdeckt habe. Hier ist es, genießt es:

(Original: How to be an artist. Von Susan Ariel Rainbow Kennedy.)

Jeder Mensch ist ein Künstler.

Lass dich fallen.

Lerne Schnecken zu beobachten.
Pflanze unmögliche Gärten.
Lade jemand Gefährlichen zum Tee ein.
Mache kleine Zeichen, die “Ja” sagen
und verteile sie überall in deinem Haus.
Werde eine Freundin von Freiheit und Unsicherheit.
Freue dich auf Träume.
Weine bei Kinofilmen.
Schaukel so hoch du kannst
mit einer Schaukel bei Mondlicht.
Pflege verschiedene Stimmungen.
Verweigere “verantwortlich” zu sein.
Tu es aus Liebe.
Mach viele Nickerchen.
Gib Geld weiter. Tu es jetzt. Das Geld wird folgen.
Glaube an Zauberei.
Lache viel.
Bade im Mondlicht.
Träume wilde, phantasievolle Träume.
Zeichne auf die Wände.
Lies jeden Tag.
Stell dir vor, du wärst verzaubert.
Kichere mit Kindern.
Höre alten Leuten zu.
Öffne dich, tauche ein, sei frei.
Segne dich selbst.
Lass die Angst fallen.
Spiele mit allem.
Unterhalte das Kind in dir.
Du bist unschuldig.
Baue eine Burg aus Decken.
Werde nass.
Umarme Bäume.
Schreibe Liebesbriefe.

(gefunden auf: http://www.musen-tanz.de/?p=68, wenig, aber doch adaptiert von mir)

Und ihr Lieben – da, wo euer Herz etwas schneller schlägt, bei dem Satz, den ihr zweimal lesen wollt, bei den Worten, die euch gleich berühren – da lasst es zu! Da probiert es aus, da schreibt es euch auf und klebt es irgendwo hin, wo ihr es sehen könnt. Immer und überall.

Denn das, was euch berührt, hat was mit euch zu tun.

Bei mir waren es vor allem diese:

Ich bin gerade so beflügelt, so berührt, so bereit, das umzusetzen, dass ich direkt Gänsehaut habe und auch Tränen in den Augen.

Lest. Macht. Denkt. Und freut euch des Lebens, es ist so schön.

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Random Acts of Kindness

oder zu Deutsch: Ein zufälliger Akt der Güte. Einfach so nett sein.

Eine meiner Lieblingsbeschäftigungen ist das Verteilen von Komplimenten und netten Worten, Dankesworten und Lächeln.

Das mag sehr heroisch klingen, vielleicht sogar übertrieben und unnötig, aber ich sags euch – es ist einen Versuch wert.

Dass es für das aufmerksame Bemerken und Aussprechen, dass die Kollegin beim Friseur war, das Danke-sagen für etwas scheinbar Selbstverständliches, das Anlächeln von Fremden einen Ausdruck gibt, finde ich wunderbar!

Random Acts of Kindness. So wird dieses Phänomen genannt. Dabei geht es nicht darum, jeder Person, die uns begegnet, ungefiltert die eigene Nettigkeit überzustülpen oder gar übertrieben nett zu sein. Es geht auch nicht darum, etwas zu tun, bei dem man sich selbst unecht empfindet – nein. Es geht bei diesem „random kind“ sein, darum, einfach gütig, aufmerksam, nett, dankbar, herzlich zu sein – ohne Berechnung, ohne Erwartung(en), ohne großes Tamtam.

Random Acts of Kindness. Was für eine schöne Sache. Und gar nicht so schwer, wenn es mal geübt ist. Und wisst ihr, was es noch ist? Gar nicht so selbstlos, wie es anfangs vielleicht scheint: Nett (aufmerksam, lieb, herzlich,…) zu sein, tut Uns selbst nämlich so so gut, macht das Herz warm und hinterlässt ein Gefühl von Weltverbesserung.

Und so, wie sich die anderen freuen, wenn wir einfach mal ohne Grund was herschenken, danke sagen oder zugeben, dass wir so froh sind, über die Hilfe (Zusammenarbeit, Aufmerksamkeit, Liebe, …) der anderen Person, so gut fühlt es sich auch an, das offen und ehrlich auszusprechen.

Random Acts of Kindness. Das gehört auf die To-Do-Liste für unsere Gesellschaft.

Es gibt auch eine Organisation, die sich ganz gezielt damit auseinandersetzt und viele gute Ideen liefert, falls es euch anfänglich noch etwas schwerer fällt – oder ihr aber bereits solche Profis im zufälligen Verteilen von Güte seid, dass ihr noch mehr Inspirationen braucht: https://www.randomactsofkindness.org/

Und als würde sie es wissen – in diesem Moment kommt meine 7-jährige Nichte in meine Wohnung, um mir zu erzählen, dass sie eine Karte mit Herzen für ihren Papa gemalt hat. Einfach so.