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Find your tribe

Oder zu Deutsch: Finde deinen Stamm.

Wir schauen grad auf Netflix immer wieder eine Serie, die uns so berührt, dass sie mich sogar dazu inspiriert, diesen Text zu schreiben.

Eigentlich ist mir der Gedanke zu diesem Text erst heute gekommen, als ich mich mit einer ganz lieben Kollegin getroffen und ausgetauscht habe. Wir haben über dies und das geredet und dann hat sich der Kreis geschlossen.

Und jetzt schließ ich auch den Kreis zwischen Netflix und echten Begegnungen:
Bei dieser Serie geht es unter anderem in der Essenz darum, Menschen um sich zu finden und zu haben, die einem gut tun, die einen verstehen, die ähnlich ticken. Und das habe ich heute beim Spazieren mit meiner Kollegin auch gemerkt: Es tut so gut, verstanden zu werden. Es tut so gut, manche Dinge einfach nicht erklären zu müssen. Es tut so gut, sich auf Augen- und Herzenshöhe zu begegnen und einander nahe zu sein.

Und das meine ich mit „Find your tribe“ oder Finde deinen Stamm. Suche und finde Menschen um dich, die dich so ehrlich und echt sein lassen, wie du es dir fast nicht (zu)traust. Umgib dich mit Menschen, die dich hochziehen und zu denen du aufschaust, so wie sie zu dir aufschauen. Sammle Menschen um dich, bei denen du dich zuhause fühlst, angekommen und leicht.

Find your tribe. Dann gehts auch leichter mit den nicht so leichten M(om)en(t)schen.

P.S: Die Serie heißt „Queer Eye“ und ich kann sie einfach empfehlen!

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In tiefster Verbundenheit

Ich überlege, frage mich und fühle in mich hinein: Was ist es, das mich lebendig sein lässt? Was macht mich ganz wach, klar denkend und sehend? Was verbindet mich mit dem Leben? Mach mich leben-dig?

Ich spüre es meist in dem Moment, in dem ich mich ganz verbunden fühle, dass es das ist, was mich lebendig macht. Ein kurzes Innehalten, ein Erfülltsein, ein Moment der puren Freude. Das ist es, was mich wach, lebendig macht.

Manchmal vergehen Stunden, manchmal sogar Tage, ohne dieses Gefühl. Ziehen vorbei, sind voll und trotzdem so leer. Manchmal erwisch ich mich dabei, wie ich unrund bin, unrunde Dinge von mir gebe und meine Unfülle an die Menschen in meiner Umgebung ablade. Dann merke ich, dass ich nicht verbunden bin, dass ich mich nicht ganz lebendig oder wach fühle.

Und dann gibt es wieder diese Momente, diese Stunden, diese Tage voller Vollheit. Voller Fülle, voller Leben. Ich bemerke, dass ich ganz scharf sehe, dass ich die Gerüche wahrnehme, die um mich herumschwirren, dass ich die Töne ganz klar höre. Ja, wirklich. Ich nehme mein Lebendigsein ganz stark körperlich wahr. Macht auch Sinn, wenn meine Sinne ganz bei Verstand sind. Wenn meine Sinne offen und empfänglich sind, für das, was JETZT gerade ist. Dann bin ich verbunden. Mit dem Leben und mit mir.

Es ist wichtig, wenn nicht sogar essenziell, dass ich mich mit dem Leben verbinde. Dass ich nicht nur irgendwie so dahinwurtschtle, die Tage vergehen lasse und mich frage, wo die Zeit hin ist. Es ist wichtig, wenn nicht sogar essenziell, dass ich mich spüre, dass ich mich lebendig und wach fühle. Denn das, meine lieben Leute, ist das Leben. LEBEN-DIG. Voller Leben.

Ich nehme mir vor, diese Momente – weil ich schon ungefähr weiß, wie sie ablaufen oder wie ich sie mir gestalten kann – wieder ganz bewusst in meinen Alltag, in mein Leben einzubauen. Ganz bewusst einbauen und ganz bewusst bewusst leben. Dankbar sein und daraus schöpfen (oder mich zumindest daran zu erinnern!), wenn es mal nicht so lebendig zugeht.

Wir waren heute auf 2500 Metern am Fuße eines Vulkans. Die Landschaft unbeschreiblich, die Luft kalt und dünn, das Gefühl atemberaubend. Und in diesem Moment habe ich entschlossen, wieder bewusster lebendige Momente zu zelebrieren. Und nein, das muss nicht jedes Mal eine Ausnahmesituation wie ein Vulkan sein. Duschen. Wasser trinken. Ein Abendessen genießen. Mit meinem Liebsten blödeln und dabei aus tiefstem Herzen lachen. Laufen, das Herz bewegen. Innehalten und spüren. Überall finden sich Momente zum Verbinden mit dem Leben.

In tiefster Verbundenheit. Das ist es, was ich bin.

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Gelassene Vorfreude

Es ist frühmorgens. Die Luft ist klar und kalt. Die Landschaft zieht vorbei, die Welt schläft noch. Neben uns ein See, ruhig und weit. Die Straßenlaternen schimmern leicht und alles ist grau. Die Sonne sucht ihren Weg und zeigt sich in leichten Pastelltönen. Die Berge im Hintergrund schlummern, auf ihnen Schnee. Die Welt ist umfüllt von Nebel, der alles in sanften Farben in sich wiegt. Die Welt ist kalt und frisch. 

Es ist der zweite Tag im neuen Jahr. In diesem neuen Jahr voller neuer Tage, neuer Momente, neuer Zeit. Dieses Jahr hat gerade begonnen und wir wissen nicht, was es bringt. 

Ich liebe diesen Zauber am Jahresbeginn. Liebe es, wenn die Welt noch schläft – das Jahr noch schläft – und sich die Farben des Tages langsam zeigen. Wir wissen nicht, was der Tag bringt, genausowenig wissen wir, das das Jahr bringt.

Welche Herausforderungen werden uns wachsen lassen? Welche Momente werden uns berühren? Welche Menschen begleiten unseren Weg? Welche Menschen verlassen uns und welche kommen dazu? Welche Entscheidungen werden wir treffen und welche Konsequenzen werden diese nach sich ziehen? Was werden wir tun, um glücklich zu bleiben und zu sein? Was werden wir erleben, erfahren und endlich verstehen?

Ein ganzes Jahr liegt vor uns. Ein neues, frisches, erst aufwachendes Jahr. Ein Jahr, das seine Farben erst nach und nach zeigen wird. Ein Jahr, das es nur einmal geben wird. Einmal und nie wieder. 

Ich freue mich auf das, was kommt. Ich freue mich auf die Farben, die Muster, die Zeit, die kommt und das mit sich bringt, was es eben sein wird. Und ich bin gleichzeitig ganz ruhig. In mir ruhend. Habe dieses sanfte Gefühl, dass das, was kommt, gut sein wird. So, wie die feinen Farben der Landschaft, der leichte Nebel, das alles umhüllende friedliche Grau, die Welt ruhig machen – so ruhig fühle ich mich. 

Gelassen und doch vorfreudig blicke ich auf das neue Jahr. Und frage mich, was es sein wird, das ich in einem Jahr über dieses Jahr denken werde.

Wir sitzen im Zug, auf dem Weg in ein kurzes Reiseabenteuer. Gelassen und vorfreudig.