In Tunwörtern leben

Listen find ich hilfreich und furchteinflößend. Gut und böse. Ich schreibe und ignoriere sie, ich ergänze und hake manche niemals bis zum Ende ab.

Listen mit Dingen, die zu tun sind, bringen mir Einblick in den Überblick. Geben mir Weitblick im Hinblick auf zu Tuendes und erweitern mein Blickfeld mit Vor- und Rücksicht auf neue Lichtblicke.

Verstrickt im Dickicht der blickdichten Dichtungen, komme ich wieder zum Boden der Tatsachen: Listen tun vor allem eines: Sie listen auf.

Nun hab ich mal gelesen, dass die allseits bekannten ToDoListen einem kleinen Trick unterliegen. Ergänzen wir die zu machenden Sachen mit Verben, ist die Wahrscheinlichkeit höher, diese auch wirklich auszuführen. Ob es dafür ein wissenschaftliches Backup gibt, kann ich jetzt auch nicht mehr sagen, aber ich find die Idee ganz schön.

Und so habe ich es mir angewöhnt, zu meinen Listenkritzeleien lustige Tunwörter zu schreiben. Und als ich letztens eine dieser losen Listen herumflattern sehen habe (und oh ja, ich bin die Königin der nicht zu Ende geführten ToDos!), hab was endeckt. Da steht zum Beispiel:

weiterschreiben oder
überarbeiten oder
sammeln oder
vorbereiten oder
nachdenken oder
verbinden oder
überlegen

Und wenn ich mir diese Worte so anschaue, dann finde ich, dass sie ein ganz schönes Bild zeichnen von dem, wie ich meine Tage verbringe (und verbringen möchte).

Was auf Listen passt, ist natürlich nie das ganze Leben. Aber wenn wir uns schon tuende Wörter aussuchen dürfen und ja irgendwie auch in Tunwörtern leben, dann lasst es uns doch schöne sein.

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