Enden mag ich so wenig, dass ich nicht mal gerne Punkte mache – lieber solls weitergehen, immer weiter – manchmal, da kommt dann ein Punkt und ich denk mir: Wars das jetzt wirklich? Könnte ich da nicht noch weitermachen, weiterschreiben, weiterdenken, weiterleben?
Weder in Nachrichten, noch in Texten mache ich gerne Punkte – vor allem, wenn mir was gefällt
Dann lasse ich das Ende offen und denk mir: Wer will, kann sich das Ende ja denken oder selbst erfinden, aber ich bin sicher nicht die, die das hier beendet
Siehst du? Ich stelle lieber Fragen, als Aussagen zu machen – ich verbinde mit Bindestrichen, was bisher unverbunden war und mach mich geschickt aus dem Staub: der Bindestrich wird zu meinem Retter, Erlöser – er hält sich an beiden Enden fest und verbindet
Manchmal. Da. Mach. Ich. Lieber. Enden. Mittendrin.
Das halte ich leichter aus, als die Endgültigkeit dieses Satzzeichens am Ende des Gesagten, Erlebten – die macht mich traurig und obwohl ich weiß, dass Dinge enden und nur so Neues entstehen kann, wehre ich mich in dieser Form des Aktivimus (oder sollte ich Passivismus dazu sagen?) dagegen und setze Bindestriche, Verbindestriche, eigentlich Gedankenstriche – ich weiß – zwischen die Sätze und erfreue mich meines Tricks eines kurzen Moments .
.
.
.
… wenn auch nicht lange, weil ich ja weiß, dass der Punkt nicht das eigentliche Problem in diesem Spiel ist.
