Kreativkalender

Ich hab mir gedacht: Komm, das wär doch was. Jeden Tag was Kleines für mich machen. Jeden Tag ein bisschen kreieren.

Und deshalb hab ich mir dieses Jahr selbst einen Adventkalender gemacht, den ich mit verschiedenen Kreativideen und dazu passenden Materialien gefüllt habe.

Und so hab ich mich tatsächlich jeden Tag für ein paar Minuten hingesetzt und mich daran erinnert, was Erschaffen bedeutet. Was Spielen und Ausprobieren und Scheitern und Ergebnisse hinten anstellen und Farben kombinieren und Kleber verwenden (wie cool sind Klebestifte?!) mit mir macht.

Erst jetzt im Nachhinein merke ich, welche Auswirkungen diese paar Minuten für mich hatten.

Da war plötzlich Zeit. Da war Neugierde und da was Lust auf Buntheit, auf Nichtwissen, auf Erleben.

Da waren offene Augen, da war Priorität für das Schöne, da war Fluss im Tun und so viele Gedanken rund um das, wie und was ich weiterhin erschaffen möchte.

Ich brauche diesen Rahmen. Denn auch, wenn ich das ganze Jahr über – mal mehr, mal weniger – kreiere, dann ist es doch etwas anderes, mir diese zeitlich und materiell festgesetzte Grenze abzustecken. Die Ernsthaftigkeit, die ich in diese Aufgaben gelegt habe, wünsche ich mir manchmal auch außerhalb. Diese Grenze macht mich freier, obwohl sie sich sehr verbindlich anfühlt.

Eine Auswirkung, die ich auf meine tägliche Portion Spiel schiebe, merke ich besonders in dieser dunklen Jahreszeit mehr:

Ich sehe die Lichter, die umhertanzen, mit kindlich wachen Augen.
Ich fühle den Nebel Tropfen für Tropfen auf der Haut, wenn ich abends noch ein Ründlein drehe.
Ich schaffe mir farbenfrohe Momente, indem ich die von den Prismen im Fenster hängenden Regenbogen(engerl) an der Wand, der Küche und im Haar von G. beobachte.
Ich mache mich auf den Weg in den Wald, um ein Bäumchen dort zu schmücken.
Ich verziere mit der mir möglichen Langsamkeit Kekse, Kuchen und Pizza.
Ich nehme die Gitarre in die Hand, mehrmals, endlich wieder und spiele, gemeinsam und allein.
Ich tanze mit Krepppapier durch die Wohnung und erfreue mich am dreifachen P und dem Schwung, den dieses von sich gibt.

Es ist, als würde sich durch diese kreativen Minuten Welten öffnen in mir und Türen und Portale. Als würden Klänge angestoßen und Geräusche wiedererweckt, als würden Farben neu gemischt, Bewegungen in unbekannte Richtungen ausgedehnt, als würde ich als Ganze in Ideen schweben, deren Existenz mir nicht bewusst war.

Das macht Spiel. Kontinuierliches, ernstgemeintes, neugieriges Spiel.

, ,

Mehr zu lesen…

Diese Freundschaft
Und eigentlich gehts gar nicht darum, dass du mich rausholst. Eigentlich ist …
Die Plusliste
Wenn ich etwas gelernt habe, dann, dass ich mein Leben an der …
Was ich mag
Ich mag es, Menschen am nächsten Morgen und am nächsten und am …
Highlights
In Form einer Bildgeschichte erzähle ich meiner Familie von unserem Ausflug. Ich …