Zeitpolster

Wäre Zeit ein Polster, würde ich ihn mit Weichheit füllen.

Würde die Hülle zuerst begreifen, würde mich mit ihr vertraut machen. Ihre Nähte abtasten, ihren Stoff befühlen. Würde diesen Zeitpolster ausschütteln und mich an ihn schmiegen, mich auf seinen Geruch einlassen, ihn umarmen.

Würde diese Hülle gefühlsmäßig einschätzen wollen. Dafür bräuchte ich nicht die genauen Maße, eher die Elastizität des Stoffes, aus dem sie gemacht ist. Würde verstehen wollen, was die Vergangenheit in sie gewoben hat. Würde den Aufdruck, die Stickerei, die Farbe und Form, die sie ausmachen, eingehend betrachten.

Wäre Zeit ein Polster, würde ich das Innere seiner Hülle entleeren. Was vor mir hineingestopft wurde in diese Hülle, ist mit großer Sicherheit nicht das, was ich darin wissen möchte. Also läge sie vor mir die Hülle meines Zeitpolsters, leer und bereit, von mir gefüllt zu werden.

Langsam, andächtig, Moment für Moment, würde ich den Zeitpolster füllen. Würde genau abwägen, was in ihm Platz finden soll. Was meinen Zeitpolster erfüllt machen würde.

Diesen Zeitpolster hätte ich dann bei mir, würde ihn gut kennen, mich an ihn lehnen und ihn an mich drücken, wenn mir nach Weichheit ist. Ich würde nicht annehmen, dass er mir gehört, aber mich daran erfreuen, dass er mich begleitet.

Ich könnte ihn nicht aufbrauchen, verbrauchen, er wäre aus beständigem Material, dieser Zeitpolster. Er würde schon Jahre, Jahrzehnte, Lebenslängen überdauert haben, da wird er auch mir ein treuer Begleiter sein können, dieser Zeitpolster. Er würde auch mich überdauern, damit müsste ich Frieden schließen.

Wäre Zeit also ein Polster, würde ich um seine Dehn- und Formbarkeit wissen. Würde ihn als elastisch sehen und mich auf ihm ausruhen. Ich würde meine Spuren in ihm hinterlassen, so wie er in mir, mit seiner Weichheit, seiner Fülle und seiner Existenz.

Wäre Zeit ein Polster, wäre meiner ein Inbegriff von Weichheit, Formbarkeit und endlosen Einsätzen im täglichen Leben.

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