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Dort, wo sie sich treffen

Wie nahe sie doch beieinander liegen, die zwei. Wie ähnlich sie sich auch sind, irgendwie. Und wie untrennbar sie zusammengehören.

Von wem ich spreche? Vom Ende und vom Anfang. Denn die zwei sind wirklich nur einen Moment voneinander entfernt. Sie unterscheiden sich im ersten Moment wie Tag und Nacht, haben aber doch einen starken gemeinsamen Nenner: Den Punkt, an dem sie sich treffen. Denn der ist jetzt. Und der ist am Ende des Endes und am Anfang des Anfangs.

Ich bin gerade jetzt, ja genau jetzt, in diesem Moment, an diesem Punkt, an dem sich Ende und Anfang treffen.

Ich habe heute einen großen Teil beendet und genauso beginnt heute ein anderer großer Teil. Ich habe meine Arbeit in der sicheren, planbaren, voraussehbaren und schönen Umgebung beendet. Und begebe mich in eine noch unsichere, noch wenig planbare, noch nicht voraussehbare und gewiss wunderschöne, neue Welt.

Und natürlich habe ich Ideen, Visionen und Pläne, was ich so tun und lassen möchte. Viele davon. Und sie haben die schönsten Farben und Muster, Formen und Konturen. Doch wissen, was kommt, tu ich es nicht, gar nicht. Aber das wissen wenige, wenn wir uns ganz ehrlich sind.

Dieser Punkt zwischen den Welten, zwischen Ende und Anfang, hat eine Magie. Er beherbergt große Dankbarkeit für das, was war. Viele Erinnerungen, Erfahrungen, Momente des Gewachsenseins und die Nähe zu Menschen, die in dieser Zeit wichtig waren. Und dieser Punkt trägt zudem die große Neugierde, die Zuversicht und das Vertrauen in sich, dass das, was kommt, gut sein wird. Er trägt auch Zweifel und Ängste in sich, das Gefühl des Abenteuers und des Lebendigseins. Für mich hat dieser Punkt, an dem ich gerade stehe, viel – ja sehr viel – mit Freiheit zu tun.

Ich bin so vollgefüllt mit Gefühlen, denn das Ende dessen, was war, tut gut und ist wichtig und war die richtige Entscheidung. Ich bin aufgeregt und voller Vorfreude und gleichzeitig bin ich ganz ruhig. Denn ich weiß, dass ich alle Zeit der Welt habe. Zumindest, bis der nächste Punkt kommt, an dem sie sich treffen – das Ende und der Anfang.

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Sommerliche Zeitreisen

Ich reise gerne. Am liebsten mit allen Sinnen und dorthin, wo es mir gefällt. Am liebsten an Orte, die mich erfreuen, mich berühren, mich an andere Orte erinnern (lustig, oder? Neues entdecken, um zu sehen, dass sie mich an Altes erinnern…)

Und ja. Reisen ist grad nicht so möglich, wie wir das kennen. Zumindest jetzt in diesem Moment nicht. Ich habe aber eine Reisemöglichkeit gefunden, die mich in den letzten Wochen sehr glücklich gemacht hat: Die Zeitreise in meine eigene Kindheit.

Wie ich das mache? Ganz einfach: Ich erinnere mich an die schönen Dinge in meiner Kindheit und versuche sie zu rekonstruieren. Das mache ich meist unbewusst, denn ich bin draufgekommen, dass das beste und direkteste Ticket in die Kindheit meine Sinne sind. Also in meinem Fall im Moment besonders mein Geruchs- und mein Tastsinn. Es ist also eher umgekehrt, dass ich etwas empfinde und es dann in Gedanken fasse. Hier meine kleine, ausgewählte Sammlung:

Es gibt im Keller einen Kasten, der riecht für mich nach Kindheit. Wenn ich ihn öffne, strömt nicht nur der süßlich-leichte Duft von Kerzenwachs, alten Bildern und Waschmittel meiner Oma heraus – vielmehr sehe ich mich als Kind vorm inneren Auge dort im Keller herumkramen, an heißen Sommertagen nach „Saftpackerl“ zu suchen und damit dann schnell wieder raus in die Sonne auf der Mauer sitzend die Erfrischung mit dem viel zu kleinen Strohhalm zu schlürfen.

Keller haben grundsätzlich diesen Kindheitsreiseeffekt für mich – besonders an heißen Sommertagen riecht es im Keller für mich nicht (nur) nach feuchten Wänden, dem kühlen Boden oder den gelagerten hunderttausend anderen Sachen – nein, es riecht nach den Mini-Magnums, die wir dort in der Gefriertruhe (! Truhe!) hatten und die an Sommertagen eines unserer Grundnahrungsmittel darstellten.

Weiter gehts auch in diesem Szenario, wenn ich barfuß bin – denn dann spüre ich den kalten Beton des Kellers, beim Hinausgehen das kratzige Gitter, das die Garage vom Parkplatz trennt und draußen die von den Sommersonne aufgewärmten Steinplatten, die immer noch an der gleichen Stelle wackeln, an der sie es immer getan haben. Wenn ich im Garten bin und das leicht nasse Gras unter meinen Füßen spüre, mit den abgekühlten Zehen dann über den warmen Parkplatz zur viel zu heißen Straße gehe, kommen sofort wieder die Bilder und Gefühle der ewig lange scheinenden Sommerferien als Kind in meinen Sinn. Das Rollerfahren und dabei immer wieder die Zehen am gleichen Fleck aufschlagen, das Sitzen am warmen Asphalt und dabei Straßenmalkreiden malen. Das unbeschwerte, warme, fröhliche Gefühl vom alle Zeit der Welt haben. Wie sehr ich es genieße, dorthin zu reisen!

Ein Kindheitsreisemoment ist auch, wenn ich bei leichtem Regen im aufgewärmten Pool schwimme – mein Körper eingehüllt vom warmen Nass, mein Kopf draußen und von leichten Regentröpfchen abgekühlt. Wenn ich dann meine Taucherinnenbrille ins kleine Häuschen zurückbringe und den Duft dort schnuppere, katapultiert es mich in Sekundenschnelle zur Sommerhütte meiner Nachbarn, in der wir uns als Kinder immer umgezogen, unsere nach Plastik riechenden Luftmatratzen und die bereits hundertfach verwendeten nassen Handtücher gelagert haben.

Ich werde auch weiterhin an diesen warmen sommerlichen Tagen einige Tickets in meine eigene Vergangenheit lösen – denn ich liebe den Gedanken daran, dass ich zumindest für einige wenige Sekunden wieder dorthin reisen kann. Ich hatte eine wahrhaft schöne, erfüllte und unbeschwerte Kindheit. Und dahin reise ich immer wieder gerne zurück…

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Kuchenküche

Nach der Freundesfreude geht es weiter mit der lustigen Alliterationsreihe. Wer sich fragt, was das heißt, der frage fremde Freunde oder wortgewandte Wörterbuchwichte.

Mein heutiger Text handelt von der sogenannten „Kuchenküche“. Was diese ist und was sie so besonders macht, das möchte ich euch gerne verraten.

Für mich war Kuchenbacken immer eine Sache, die sorgfältig geplant und vorbereitet, genau dosiert und exakt durchgeführt werden musste. Es brauchte viele Zutaten, komplizierte Rezepte, einen ganzen Nachmittag Zeit und noch dazu eine Portion Glück, damit das Ergebnis hoffentlich was werden würde. Und dadurch, dass das ganze Prozedere so umständlich war, habe ich ganz selten etwas gebacken.

Das hat sich schlagartig geändert, als ich meine Ernährung umgestellt und es plötzlich nicht mehr so viele kaufbare Süßigkeiten für mich gab. Als ich meinen Koch- und Backhorizont erweitert, mich aus der 0815-Küchen-Ausstattung hinausgewagt und meine Kreativität auch in der Küche einziehen hab lassen. Denn dann habe ich gelernt, dass es viele Wege gibt, um zum süßen Ziel zu kommen. Dass es oftmals nicht um die Höhe oder Form des Kuchens, sondern um dessen innere Werte geht. Dass weißes Mehl und weißer Zucker zwar bekannt, aber einfach auch fad sind. Dass es nicht alle Zutaten des Rezepts braucht, sondern vielmehr bunte Möglichkeiten, diese anders zu gestalten.

Und wie ich euch jetzt die Kuchenküche erkläre? Ganz einfach: Ich hab immer die Zutaten für irgendeinen Kuchen daheim. Und das, liebe Leute, ist wieder mal mehr als eine Rezeptidee: Es ist ein gar lebenstauglicher Ansatz, den ich hier verfolge!

Wenn die vorhandenen Zutaten für das eine und einzige Rezept nicht passen, dann kann man einfach das Rezept ändern! Denn aus den Ressourcen zu schöpfen ist nicht nur nachhaltiger, sondern auch kreativer, wertschätzender und lustiger, als das eine Rezept (= den ein und einzigen Weg) auf Biegen und Brechen zu verfolgen. Das Ziel kann zwar anders werden, aber der Weg dorthin ist einfach selbstbestimmter, aufregender und lebendiger.

Tja. Und so bin ich sehr dankbar für diese Kuchenküche, die immer irgendetwas für mich bereithält. Denn meist entsteht daraus ein wahrhaft wohlschmeckender Kuchen, der viel Liebe und Kreativität enthält.

… und diese Weite und Fülle der Kuchenküche lässt sich ins Leben weit weg von Herd und Ofen übertragen, denkt mal drüber nach …

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Freundesfreude

Ich hatte dieses Gefühl gestern so stark wieder mal, dass ich sogar ein Wort dafür erfunden habe. Die Freundesfreude. Laut Pampelmuse-Duden besagt diese „(…) eine immense Freude über die Freund*innen und deren Anwesenheit, deren Sein und Wesen und die tiefe Verbundenheit mit ihnen“ (2020, S.44).

Denn gestern war so ein Tag, an dem ich diese Dankbarkeit, diese Verbundenheit, diese Gemeinschaft, dieses Miteinander, diese (Nicht-)Selbstverständlichkeit, diese Wellenlänge, diese Herzensnähe, diese Leichtigkeit, diese Innigkeit, diese Liebe wieder einmal so stark spüren durfte, dass es mich einfach überwältigt hat.

Freundesfreude, oder in meinem Fall Freundinnenfreude – doch ich muss zugeben, dass hier doch die männliche Form aufgrund des Wortrhythmus besser klingt – ist so etwas Wunderbares. Etwas so Kostbares und etwas so Heilsames. (Heilsam ist eine meiner neuen Lieblingsbeschreibungen für Dinge/Gefühle, die so gesund sind für den Geist und die Seele und erfrischend fürs Gemüt und wohltuend für die Stimmung. Damit ihr Bescheid wisst, was ich damit meine.)

Freundesfreude äußert sich bei mir meist dadurch, dass ich es mich fast zerreißt vor lauter Freude, wenn ich meine Freundinnen beobachte bei dem, was sie tun oder wenn ich gemeinsam mit ihnen lache, Blödsinn mache, tiefe Gespräche führe oder sie mich mit ihren Gesten berühren. Dann weine ich meist ein bisschen (oder ein bisschen mehr) und dann sag ich es ihnen, dass ich sie und uns so glass finde und dass ich mich so freue, sie zu haben.

Das ist sie also, die Freundesfreude. Kurz und auf den Punkt gebracht.

Ich wünsch euch allen solche Menschen, bei denen ihr euch auch so fühlen könnt!

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Probleme später ausbaden

Wir gehen. Da ist ein wunderschöner See. Das Wasser kristallklar, die Wanderung schon lange und der Wille, in den See zu gehen, ist auch irgendwie da. Irgendwie. Wären da nicht das Pflichtbewusstsein und die Konsequenzen, die nassen Sachen und der Tagesplan.

Denn wenn wir jetzt ins Wasser gehen, dann müssen wir die nassen Badesachen tragen. Und so warm ist es eigentlich ja auch nicht. Und außerdem ist es vielleicht später gescheiter und kalt wird uns danach auch sein… Viele solcher „erwachsener“ Gedanken kommen uns in den Sinn. Bis wir plötzlich eine unserer Abenteuer-Regeln anwenden: Wenn es uns juckt, etwas zu tun, dann tun wir es. Denn es ist in den meisten Fällen besser (abenteuerlicher, lebendiger, aufregender,…) etwas zu tun, als es nicht zu tun. Und die Aussage des Tages, die mich dann ganz überzeugt: „Die Probleme verschieben wir auf später. Jetzt gehen wir erst mal schwimmen.“

Und, wie ihr euch denken könnt: Es war wunderbar! Das Wasser kristallklar, das Wetter genau richtig und das Gefühl, wild im See herumzuplantschen einfach unersetzbar. Die „Probleme“, die wir vorhergesagt haben, haben sich dann in Luft aufgelöst: Im Rucksack haben wir leicht einen Platz gefunden für all die nassen Sachen, das Wandergewand war danach noch viel feiner zum Anhaben und kalt war uns nach dem Schwimmen keinesfalls – eher sogar wärmer, vor allem ums Herz.

Diese Einstellung, dass die Probleme warten können, hat etwas sehr Kraftvolles, sehr Heilsames. Es erlaubt mir, im Moment das zu tun, was ich für diesen Moment richtig halte, ohne den Schwarzmalereien die gesamte Leinwand zu überlassen. Es befreit mich von den Sorgen, die wir uns sowieso immer zu viel machen und zeigt mir auch, dass sich viele dieser Zweifel und Probleme im Kopf eh nicht bewahrheiten. Die Probleme auf später zu verschieben, verschafft mir auch einen ordentlichen Spielraum, den ich plötzlich freier nutzen kann. Es gibt mir etwas mehr Zeit und vielleicht sogar Abstand zur Situation, was nur von Vorteil sein kann.

Ein Sprung ins kalte Nass und schon wieder mal so eine Erkenntnis! Sogar gleich zwei sehr lebenstaugliche Erkenntnisse:

  1. Probleme und Sorgen können (und dürfen!) auf später verschoben werden
  2. Machen ist abenteuerlicher als könnte, sollte, hätte.

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Der Garten der anderen

Oh, die Tomaten! Wie rot sie leuchten! Wie wunderbar sie wachsen, wie schön sie da hängen. Wie stark und gesund sie aussehen, wie prächtig sie sich entwickeln! Oh, diese Tomaten! Selten hab ich so schöne Tomaten gesehen … wie die im Garten nebenan. 

Und was diese rötesten Tomaten im Garten der anderen mit unseren Zweifeln, dem ständigen Vergleichen und einem Stich ins Selbstliebeherz zu tun haben, erzähl ich euch jetzt.

Während ich meinen Garten pflege, auf ihn Acht gebe und ihm die meiste Liebe geben kann, die mir nur möglich ist, bin ich so dankbar. Dankbar dafür, dass die Pflanzen so gut wachsen, dass die ersten Früchte bereits zu ernten sind und dass ganz viele neue Früchtchen nachkommen. Ich freue mich über jeden neuen Trieb, jedes Blatt, jede Minute, die ich im Garten verbringe. Ich bin ganz da, ganz präsent, ganz nah an mir und meinen Pflänzlein. Bin mit mir im Reinen, bin ganz bei der Sache. Ich verschwende keinen einzigen Gedanken daran, dass es wo anders vielleicht besser sein könnte.

Und dann gehe ich spazieren oder fahre mit dem Rad und sehe sie – die prächtigen Bäume, die hochrankenden Pflanzen, die leuchtend blühenden Blumen… im Garten der anderen. Und anstatt mich dessen zu erfreuen, bin ich kurz betrübt und verunsichert: Warum wachsen die Blumen bei uns nicht so hoch? Warum sind die Tomaten hier viel größer und roter? Warum scheint hier keine Schnecke, keine Ameise und kein Tierchen das Glück der Pflanzen zu gefährden?

Und ich merke: Ich zweifle. Ich fühle mich unsicher und nicht gerade glücklich darüber. 

Wenn ich beginne, den Garten der anderen mit meinem zu vergleichen, dann mache ich Folgendes: Ich sehe nur das Außen, sehe das Dahinter aber nicht. Weder die Arbeit, noch die Zeit oder Mühe, die hier hineingesteckt wurde. Ich weiß weder, wie lange die Pflanzen hier schon wachsen, noch sehe ich, welcher Dünger oder welche Mittel zum Einsatz gekommen sind. Ich kenne den Boden nicht, auf dem die Pflanzen gedeihen, kenne die Sonneneinstrahlung oder die Insektendichte dieses Stücks Erde nicht. Sehr botanisch? Hat wenig Lebensrelevanz, was ich hier schreibe?

Na, dann hört mal her:

Dieses Vergleichen, das ich mache, wenn ich andere Gärten bewundere, trägt nicht zu meiner guten Stimmung bei. Ich könnte mich daran freuen, aber stattdessen bin ich erzürnt und enttäuscht, warum es bei mir vielleicht im Moment nicht so gut läuft (oder wächst, in diesem Fall). Ich glaube, die Situation aufgrund meiner kurzen und nicht sehr tiefgehenden Beobachtung einschätzen und bewerten zu können. Ich vergleiche Äpfel mit Birnen. Denn der Garten der Nachbarn ist nicht mein Garten.

Und wenn wir jetzt – Achtung, wir lehnen uns jetzt weit aus dem Fenster – den Garten mit all möglichen Attributen der anderen austauschen, zum Beispiel der Karriere, der Wohnung, dem Auto, der Figur, dem Gewand, der Nase, der Beziehung etc., dann sollte spätestens jetzt klar sein, dass mein Vergleich von den rötesten Tomaten und dem wunderbarsten Garten wohl auch eine Metapher für unser ständiges Vergleichen mit anderen ist.

Wir wissen nicht, was die anderen warum tun (müssen). Wir kennen oft oft oft weder die Geschichte davor, noch die Geschichte danach. Wir machen uns durch das, was die anderen haben, tun und sind, selbst kleiner, weil das in unserem Kopf leichter scheint, als einfach zu beobachten. Anstatt uns daran zu erfreuen, dass in anderen Gärten die Pflanzen auch schön wachsen, suchen wir den Fehler und vergleichen unseren “Garten” mit dem der anderen.

Ich nehm mir ganz fest vor, den Garten der anderen als Garten der anderen zu sehen. Ihn vielleicht sogar genießen zu können. Und falls ich noch nicht so weit bin, dann erinnere ich mich an meinen Garten. Denn dort find ichs immer schön. 

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Alltagsabenteuer

Abenteuer. Das kling ja schon mal vielversprechend. Und Alltag? Naja, der hat auch was – zwar weniger abenteuerlich, dafür umso bekannter.

Die Alltagsabenteuer, von denen ich euch heute erzähle, führen mich nicht weit weg und haben trotzdem sehr viel mit Urlaub zu tun. Sie sind nicht teuer und haben trotzdem etwas Unbezahlbares. Die Alltagsabenteuer, von denen ich heute schreibe, helfen mir dabei, den Sommer erstens auch ohne viel Urlaub zu genießen und zweitens mein Leben abseits vom Trott bunt zu gestalten.

Also was meine ich denn damit, wenn ich vom Alltagsabenteuer schreibe? Für mich hat dieses einige Charakterzüge, die sich bei jedem dieser Abenteuer wiederholen. Ein Alltagsabenteuer …

  • … kann jeden Tag stattfinden, zu jeder Tag- und Nachtzeit, auch am Wochenende, auch nach Feierabend.
  • … ist nicht großartig geplant, findet einfach statt, braucht wenig und bringt viel.
  • … ist oft irgendwas außerhalb der eigenen vier Wände oder zumindest führt es zumindest kurz weg von der Couch, hinein ins Leben.
  • … kostet fast nix (außer vielleicht eine Eintrittskarte, eine Kugel Eis oder eine Packung Heidelbeeren)
  • … ist erfrischend, ermunternd, wohltuend und kurzweilig
  • … führt auch in neue Gegenden rund ums eigene bekannte Nest (dies muss aber nicht zwingend der Fall sein)
  • … ist von relativ kurzer Dauer – dies können 10 Minuten oder ein ganzer Nachmittag sein, je nach Abenteuer
  • … ist und bleibt in warmer Erinnerung
  • … wird offiziell davor, danach oder währenddessen zum Abenteuer deklariert. (Ein sehr wichtiger Faktor, hinsichtlich der Anerkennung und auch zum Erinnern dran sehr bedeutend.)

Dies sind nur einige Merkmale von den sogenannten Alltagsabenteuern. Ich hab heute – am Rad, während eines dieser Abenteuer – darüber nachgedacht, welche ich denn besonders in letzter Zeit erlebt habe – hier eine kleine, ausgewählte Sammlung:

Fast jeder Ausflug mit unseren neuen elektrischen Rädern wird zu einem Alltagsabenteuer, weil wir einfach irgendwo hinfahren und uns von Google Maps oder Straßenschildern leiten lassen. (Wenn ich von „wir“ schreibe, meine ich übrigens wenig überraschend meinen Abenteurer Nummer 1) So waren wir zum Beispiel auf einem Berg, auf dem uns wohl niemandem geraten hätte, mit dem Rad hinzufahren. Zumindest nicht von dieser Seite. Wir wussten es nicht und habens gemacht, aufregend wars und lustig obendrein.

Als Touris haben wir uns die Wasserspiele in Hellbrunn angeschaut, mit dem Audioguide lustige Geschichten erfahren und uns absichtlich anspritzen lassen, weils einfach nur dann so wirklich abenteuerlich ist.

Wir waren im Museum, haben uns die Werke angeschaut, im Museumsshop geschmökert und im Mitmachbereich gezeichnet und geschrieben, was das Zeug hält.

Wir haben uns bei Regen und Gewitterwetter am Abend die Gummistiefel angezogen, einen Schirm und die Regenjacke geholt und sind Blitze schauen gegangen.

Einmal war ich sogar früh am Morgen, vor dem Trubel und bevor der Alltag überhaupt munter war, eine Runde im Wald laufen. Hui, ist die Welt da noch ruhig!

Eines unserer eher wochenendlichen (haha, wie passend! endlich wochenendlich) Alltagsabenteuer ist das Plunderteig-Frühstück. Da beginnt das Abenteuer schon im Supermarkt – grinsend und vorfreudig – kaufen wir uns fertigen Plunderteig und dann gibts Medialunas (das sind Croissants auf Argentinisch), bei einem laaangen Frühstück mit Musik und Beeren und Tee und Zeit.

Bei einem unserer „wir fahren dorthin, wo wir noch nie waren-Abenteuer“ haben wir in einem wunderbaren Kaffeehaus superguten Kaffee bestellt und uns des Lebens erfreut. Auch das war eines unserer Alltagsabenteuer.

Ribisl und Himbeeren hinterm Haus pflücken ist ebenso ein Alltagsabenteuer, wie die oben genannten. Also wie ihr seht, die Bandbreite ist groß und deklarieren kann man all diese schönen Dinge zu Alltagsabenteuern. Denn die, liebe Leute, machen das Leben bunt und lustig, kurzweilig und schön. Ja. Alltagsabenteuer machen das Leben schön.

(Heute haben wir uns übrigens den Weg zum IKEA gesucht – mit dem Rad, vorbei an Seen, Wäldern, Bergpanoramas, 300-jährigen Häusern, uralten Bäckereien und mit der Sonne im Rücken.)

Ich freu mich auf viele mehr von diesen Aus-Zeiten im Alltag

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Vom Wohltuenden des Wohlwollens

Dieser Wohlwollen. Der ist etwas, der mich gerade beschäftigt. Und berührt. Und deshalb schreib ich heute mal darüber.

Wohlwollen. Suche ich dieses Wort im großen Internet, kommt viel. Suche ich es in der großen Welt, kommt… naja, auch was. Beschrieben wird dieses große Wort mit einer Zuneigung, einer positiven Einstellung gegenüber anderen. Es ist von Gunst die Rede und vom moralischen Handeln. Aha, schonmal interessant. Und praktisch umgesetzt, wie geht das?

Ich hab für mich – besonders in meiner derzeitigen Arbeit – ein Prinzip festgestellt, womit ich im Umgang mit Menschen ganz gut fahre: Wohlwollen. Der und dem anderen das Gute unterstellen. Klingt unwirklich, gar naiv oder unecht? Und obendrein noch sehr anstrengend? Na dann hört mal her!

Wohlwollen meint, dass ich der anderen Person Verständnis gegenüberbringe, ohne sie komplett zu verstehen. Es bedeutet, dass ich ihr (dieser Person) unterstelle, dass sie Dinge aus einem (für sie guten) Grund macht. Wohlwollen bedeutet auch, dass ich hinschaue und -höre und mich nicht vom ersten Eindruck täuschen lasse. Es bedeutet, dass ich den Wert der und des anderen schätze, dass ich sie und ihn anerkenne – als Person mit einer Geschichte, einer Haltung, einer Einstellung zum Ganzen.

Es klingt vielleicht naiv, wenn ich allen Menschen, denen ich begegne, wohlwollend gegenübertrete. Weil es gibt sie ja, die bösen Eigenschaften, die hinterlistigen Blicke und die falschen Wasauchimmer. Und nein. Ich empfinde es als höchst reflektiert, trotz alledem eine wohlwollende Haltung zu bewahren. Trotz alledem und vielleicht genau deshalb ein bisschen genauer hinzuhören, das Dahinter zu sehen und den Menschen mal ganz sein zu lassen.

Wohlwollen. Ein großes Geschenk, das ich meinem Gegenüber geben kann. Und auch eines, das ich mir selbst mache. Denn meine ganzen „Miteinander-Friede-Freude-veganer-Eierkuchen-Sachen“ sind gar nicht so selbstlos, wie sie scheinen: Es hat etwas höchst Friedliches, ja gar Befriedigendes, einen Menschen zum Strahlen zu bringen, weil ich vom Guten ausgehe und das Gute finde, wenn ich es nicht gleich sehen kann. Es hat etwas zutiefst Verbindendes und daher auch sehr Leichtes, MIT statt GEGEN einander zu sein.

Mit meinem Wohlwollen schenke ich mir und dir einen Augenblick der Verbindung, der Menschlichkeit, der Nähe. Und das ist etwas wahrhaft Wohltuendes.

Vom Wohltuenden des Wohlwollens. Das wars von meiner Seite. Ich hab grad ein sehr wohlwollendes Gespräch hinter mir und bin ganz beflügelt, wie gut sowas tun kann!

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Rein pflanzliche Metapher

In der Pflanzenwelt gibt es einen Ausdruck und einen Zustand, der schon wieder mal so so gut übertragbar ins Leben ist, dass ich gar nicht an ihm vorbeikomme.

Der Begriff heißt „root-bound“ und übersetzt könnte er werden mit „wurzelgebunden“ – eigentlich bedeutet er, dass eine Pflanze keinen Platz mehr in ihrem Topf hat, weil ihre Wurzeln zu groß für diesen sind.

Sehen kann man das daran – und hier der botanische Zugang – dass die Wurzeln vielleicht sogar schon über die Erde herauskommen. Wenn man die Pflanze aus dem Topf hebt, hat sich da schon ein Netz aus Wurzeln gebildet (das die Form des Topfs hat). Was man tun kann, ist, diese Pflanze schleunigst in einen größeren Topf zu übersiedeln. Davor noch die vorgeformten Wurzeln lösen und ihnen etwas Platz geben und dann ab in frische, neue Erde.

Wenn eine Pflanze also über sich hinauswachsen will, das aber nicht kann, weil der Topf zu klein ist, dann passiert Folgendes: Sie überlebt, aber vegetiert mehr vor sich hin. Lasst euch nicht täuschen – sie kann sogar recht gesund und hübsch aussehen. Aber wachsen, das tut sie nicht mehr. Sie produziert keine neuen Blätter, macht keine Blüten und mag eigentlich auch nicht mehr wirklich weitertun. Sie hat einfach keinen Platz mehr in ihrem Topf.

Und was hat das jetzt mit dem Leben zu tun? Na, gibts schon irgendwelche Mutmaßungen?

Als ich bei einer meiner Pflanzen-Fortbildungssessions von dieser root-boundness gehört habe, kam bei mir sofort diese wunderbare Lebensmetapher in den Sinn: Wir leben in einem System/Alltag/Leben, der diesem Topf gleicht. Er ist zwar groß, aber vielleicht einfach oftmals nicht groß genug. Und unsere Wurzeln (die unsere Gedanken, Ideen, Visionen – ja sogar unsere Lebensgestaltung sein könnten) passen sich diesem Topf an. Sie gehen nur an dessen Grenze, doch können nicht darüber hinaus. Wollen tun sie das vielleicht schon, aber sie schaffen es einfach nicht.

Und so machen und leben wir weiter, weil über-leben tun wir ja. Aber unsere Wurzeln, die haben eigentlich irgendwann keinen Platz mehr. Und wir wachsen auch nicht wirklich weiter, bilden keine neuen Blätter (Verwirklichungen, Herzensprojekte,…) und meinen noch, dass das alles gewesen sei.

Wenn wir uns aber aus diesem Topf heraustrauen, unseren Wurzeln ein bisschen Freiheit geben und uns nach einem größeren und passenderen Topf (oder ganz wild: einem großen Garten!) umschauen, kann das zu vielen schönen Dingen führen: Wir haben wieder Platz für neue Ideen, wir können uns ausbreiten, endlich wieder genügend Nahrung (in diesem Fall eher geistige…) aufnehmen und vielleicht kann dieses Platzmachen sogar Früchte tragen.

Denn erst, wenn wir diesen zu kleinen Topf verlassen, geben wir unseren Wurzeln ein bisschen mehr Raum und können diese in die unterschiedlichsten Richtungen ausstrecken. Und das ist der Moment, in dem wir (über uns selbst hinaus) wachsen.

Pflanzenmetaphern. Was für eine wunderbare Sache!

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Lebensqualitativ hochwertig

Wie ich mir einen Tag gut verbracht vorstelle? Gut verbracht und ausgefüllt, gar qualitativ hochwertig? Lebensqualitativ hochwertig? Das erzähl ich euch gerne!

So ein Tag voller Lebensqualität, der beginnt bei mir schon vorm Aufstehen. Der beginnt nämlich mit ausreichend und tiefem, gutem Schlaf. Und das beinhaltet für mich auch ein Schlaf bis zum natürlichen Aufwachen. Ein Schlaf, der damit endet, dass ein neuer Tag beginnen darf (anstatt zu müssen). Ein Tag, der mit einem langsamen, verschlafenen Umherrollen, Hineinwutzeln und nochmal die Augen für ein paar Momente Zumachen beginnt. Ja. So fängt die Lebensqualität bereits am Morgen an.

Ein Tag voller Lebensqualität hat wenig Pläne, viel Zeit und das Gefühl der Ewigkeit. Ein Nicht-auf-die-Uhr-schauen-müssen, ein Hineinspüren-und-einfach-tun-statt-planen. So geht der Tag weiter. Bei einem gemütlichen Frühstück mit buntem Essen und Blumen, Sonnenschein oder Regenprasseln oder Wind oder Schnee (wie ihr seht, das Wetter ist nicht entscheidend).

Dann geht dieser Tag gemächlich weiter. Generell hat Lebensqualität für mich viel mit Zeit zu tun. Also eigentlich mit Zeiträumen, dem Zeithaben, dem Zeitnehmen. Ein lebensqualitativ hochwertiger Tag hat viel frische Luft – im übertragenen und eigentlichen Sinne. Luft im Sinne von Leere und Stille, gepaart mit schaffenden, kreativen Momenten. Und mit frischer Luft im Sinne von draußen sein.

Ein Tag, der die Lebensqualität steigert oder eben voller Lebensqualität ist, hat für mich auch mit den Menschen zu tun, mit denen ich mich umgebe und mit dem Essen, das ich meinem Körper gebe. Hochwertige – wertvolle – Gespräche, Lebensmittel, Worte und Einstellungen gehören da für mich dazu.

Lebensqualität hat andererseits kaum Momente des Vergleichens und Gestresstseins. Wenig bis gar keine Momente des Müssens, viel mehr des Dürfens und Auswählens. Lebensqualität heißt daher für mich auch Selbstbestimmung – über den Tag und mein Leben. Lebensqualität heißt innere Zufriedenheit und Fülle, genauso wie Dankbarkeit für das, was ist und Bereitschaft für die Veränderung. Lebensqualität. Was für ein Konzept!

Ein lebensqualitativ hochwertiger Tag endet langsam und entschleunigt. Er endet, wie er begonnen hat – natürlich und einfach. Er bleibt rückblickend warm und hell in Erinnerung, so ein Tag. Und solche Tage der Lebensqualität dürfen sich gerne aneinanderreihen. Sie dürfen gerne verweilen und sich zu Jahren der Lebensqualität, ja – zu einem Leben voller Qualität summieren.

Die Qualität, also die Beschaffenheit, meines Lebens. Darüber mache ich mir gerne Gedanken. Und noch lieber erschaffe ich mir ein von schöner Qualität beschaffenes Leben! Was für eine Freude, diese Gedanken- und Wortspielereien! Ein weiterer Punkt auf meiner Liste: Was das Leben qualitativ hochwertig macht.