Ich sitze da und stanze einen Kreis aus.
Mit meiner Kreisausstanzmaschine.
Wie unnütz, denken sie.
Wie unnütz, sagen sie.
Wie unnütz, denke ich und sage:
Wie wunderbar unnütz ich meine Zeit gestalten darf und kann!
Wie wunderbar unnütz es ist, meine Zeit zu vertreiben
mich mit dem Kreieren zu beschäftigen und mit dem Schreiben
Wie wunderbar unnütz es nach außen hin auch scheinen mag,
wenn mich ein Gedanke plagt
und ich nicht weiterweiß oder -kann
dann fange ich zuerst mit dem Unnützen an.
Ich betrete den Raum in mir, der Unnützes erlaubt,
der sich durch Nutzlosigkeit von selbst aufbaut.
Der Raum, den ich brauche, um mich zu regulieren,
beginnt im Unnützen, beginnt im Kreieren.
Wenn alles verwertbar und nützlich sein soll –
wie werde ich leer, in dem ganzen Voll?
Wo soll dann bitte die Weite entstehen,
die ich mit Leben fülle, mit Visionen und Ideen?
Wie wunderbar unnütz es mir gelingt,
etwas zu machen, das gar nichts bringt.
Wie wunderbar unnütz ich es finde,
hängt davon ab, wie sehr ich mich verbinde.
Wie wunderbar unnütz diese Verbindung, die ich baue,
indem ich auf mich und meine Bedürfnisse schaue.
Wie wunderbar unnütz es mich belebt,
wenn mein Kopf mal wieder über mir schwebt
und ich nicht mehr weiß, wo hinten und vorne ist
und du mich beim Kreisausstanzen triffst.
Wie unnütz, denken sie.
Wie unnütz, sagen sie.
Wie unnütz, freue ich mich nun, denn ich weiß:
Das Unnütze braucht weder Anfang noch Ende, wie mein Kreis.
