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Die lange Weile

Die letzten Tage waren gefüllt von diesem Nichts. Und bereits im ersten Satz widerspreche ich mir hier selbst. Denn gefüllt sein vom Nichts, das geht ja irgendwie nicht. Und doch. Die lange Weile, die schafft es, etwas zu füllen ohne selbst etwas zu sein.

Die lange Weile, leicht verwechselbar mit ihrer Zwillingsschwester der Langeweile, hat mich in den letzten Tagen oft begleitet und inspiriert.

Die lange Weile, die bringt dieses weite, scheinbar endlose Gefühl mit sich. Die Tage haben wenig Struktur, wenig Pläne, wenig Müssen. Die Tage, die diese lange Weile hervorrufen, sind umgeben von diesem Hauch der Leichtigkeit, der Ungezwungenheit, der Weite.

Woraus diese lange Weile besteht?
* Spazierengehen. Auch gern mehrmals am selben Tag. Langsam, weit und achtsam spazieren gehen.
* Essen. In lustigen Rhythmen und auch Dinge, die vielleicht so im Alltag nicht unbedingt vorkommen. Gemeinsam mit Menschen und alleine vor dem Fernseher. Egal, Hauptsache lange und gut und entspannt.
* Herumhängen. Dasitzen und schauen. Jemandem bei etwas zuschauen oder einfach in die Luft schauen. Währenddessen gar nicht viel denken. Einfach schauen.
* Wenig Zeit am Handy. Die Langeweile der langen Weile gut aushalten und nicht sofort ablenken (lassen).
* Spielen. Brett- und Gesellschaftsspiele. Die richtigen Karten suchen und lange nicht finden. Dabei die Uhr ticken hören und nicht einmal wissen, welche Stunde des Tages gerade ist.

Diese lange Weile, die mich absolut nicht langweilt, habe ich meist um die Weihnachtsfeiertage und in den Tagen zwischen den Jahren. Warum genau da? Vielleicht, weil ich sie mir da selbst erlaube. Weil da, ja besonders da, das Nichtstun Teil des Festes ist. Weil nichts von mir erwartet wird, nicht mal ich selbst erwarte etwas von mir.

Diese lange Weile, die hat aber sehr wohl viel mit ihrer Zwillingsschwester zu tun. Denn die Langeweile, die eine lange Weile erzeugt, die kann guttun, entschleunigen, inspirieren und uns zurückzuholen zum Wesentlichen.

Oder um es mit den Worten der wunderbaren Astrid Lindgren zu sagen: “Und dann muss man ja auch noch Zeit haben, einfach dazusitzen und vor sich hin zu schauen.”

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