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Laufen fürs Gemüt

Ich komme gerade von einer Morgenlaufrunde zurück. Die Luft ist kalt und klar, die Sonne wärmt erst ganz leicht und die Welt ist noch still. Ich bin müde.

Ich beobachte Vögel, wie sie hoch oben ihre Runden drehen, schaue Kühen zu, wie sie über die Straße aufs Feld gehen. Ich richte meinen Blick in die Ferne und entdecke die ersten mit Schnee bezuckerten Berge dieses Jahres. Die Luft ist kalt und klar, die Sonne wärmt schön langsam etwas mehr. Und auch mein Körper wacht auf. Nicht nur mein Körper – nein, mein ganzes Gemüt erwacht plötzlich!

Beim Anblick der Berge in der Ferne wird mir ganz warm ums Herz. Ich habe Tränen in den Augen, so sehr berührt mich dieser Moment. Die Welt ist still und langsam und ich laufe durch den Wald.

Vor Kurzem habe ich festgestellt, dass mir Laufen und Bewegung im Allgemeinen so sehr gut tun. Dass ich mich fast aus jedem Loch, aus jedem Weinen, aus jedem Zweifel herausbewegen kann. Ich laufe fürs Gemüt. Viel mehr als fürs Fit- oder Schönsein. Viel mehr. Ich laufe, weil es mich erfüllt, weil ich meine Gedanken auf eine weite Reise schicken kann, weil ich bei jedem Schritt innerlich leichter werde.

Jetzt ist es nicht so, dass ich nur laufe, wenn ich innerlich Last verspüre. Ich laufe und bewege mich grundsätzlich liebend gerne. Ich liebe das Gefühl währenddessen und ich liebe es danach, das Heimkommen und Spüren meines Körpers, das Leichtfühlen und in Balance sein.

Ich laufe fürs Gemüt. Denn mein Geist braucht diesen Ausgleich. Es ist wahrlich ein Genuss, diese Erkenntnis zu haben. Denn dann werden Zeiten und Zahlen, Strecken und Erfolge plötzlich unwichtig. Ich laufe und wenn mir danach ist, gehe ich. Ich bleibe stehen und schaue, halte inne und atme, wenn ich das gerade möchte. Oder ich laufe ganz schnell, um mich frei wie ein Kind zu fühlen.

Laufen fürs Gemüt. Rundherum gesund. Das ist es wohl.

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