Kategorie: selbstfreundschaftlich
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Viel zu tragen
Ich trage keine Schminke, weil das nicht feministisch ist.Ich trage keine kurzen Hosen, weil meine Beine nicht schön genug sind.Ich trage (oder trug) kurze Haare, um aufzufallen, um aus der Reihe zu tanzen, um den Vorstellungen anderer ein Schnippchen zu schlagen.Ich trage keine tief ausgeschnittenen Kleider, weil ich nicht will, dass man(n) mir auf die… …weiterlesen
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Wohlwollendes Weinen
„Wann hast du das letzte Mal geweint?“ Bei einem Abendessen mit Bekannten kam plötzlich diese Frage auf. Reihum beantworteten wir diese. Bei manchen war es Monate her, bei anderen einen Tag. Bei mir ist es nie lange her, mein letztes Weinen. Gestern habe ich geweint, weil ich wütend war, zum Beispiel. Weil etwas so ganz… …weiterlesen
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Gegengewicht
Ich bin eine Verfechterin der Leichtigkeit. Liebe das Leichte, bin leicht, will Leichtes und strebe die allgemeine Leichtigkeit in meinem Leben an. Ich bin eine Verfechterin der Leichtigkeit. In guten wie in schlechten Zeiten, in Hochs und Tiefs und irgendwo dazwischen. Nun ist es so, dass ich meine Meinung etwas beuge. Meine Ansicht etwas verändere… …weiterlesen
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Wachsam wachse(i)n
Wachsam. Wachsein.So wirklich wach.Aufnahmefähig und aufnahmebereit.Bereit für die Welt.Wach. Ich liebe ihn, diesen Zustand, den ich mit Wachheit beschreibe. Es ist dieser Zustand, der es mir erlaubt, die Welt, meine Gedanken und mein Leben ganz nahe, in all seinen Formen und Farben zu sehen, wahrzunehmen. Es ist dieser Zustand, den ich manchmal herbeisehne, den ich… …weiterlesen
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Gesichtergestalten
Ich male diese Gesichtergestalten und habe mich so lange zurückgehalten, habe mir gesagt: Ich kann das nicht.Hab geglaubt, dass das nur was für andere ist.Hab mich zurückgehalten beim Malen und Zeichnen, hab mir gesagt: Ich hab nicht mal meinen eigenen Stil. Wo will ich denn damit bloß hin? Obwohl ichs gerne könnte und täte und… …weiterlesen
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Gütiges Schreiben
Ich beginne die Seite mit folgendem Satz: „Lasset die Spiele beginnen.“ Und nicht in diesem Moment, nein, es ist der nächste – beginne ich wirklich, wahrhaftig, mit mir selbst zu spielen. Schreibend spiele ich mich von Wort zu Wort, von Satz zu Satz, von Seite zu Seite. Spielend schreibe ich mich freier. Ich spiele dieses… …weiterlesen
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Sonntagsluft
„Ich denke daran, wie die Sonntage sein werden, wenn die Montage nicht mehr die Woche zerteilen. Ich denke an die freie Zeit und die Luft, die ich haben werde.“ Dieser Text stammt von einer Postkarte, die ich mir vor nun schon über einem Jahr selbst geschrieben habe. Es war Teil einer Ausstellung im Museum und… …weiterlesen
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Wie Verliebtsein, nur anders
Es ist wie Verliebtsein, nur anders. Wie Vorfreude, nur tiefer. Es ist wie Überraschung, nur dass ich schon Bescheid weiß. Es ist wie etwas, das ich immer schon erwartet, auf das ich aber nicht gewartet habe. Es ist wie Schmetterlinge im Bauch, nur bei mir eher im Kopf und den Fingern. Was es ist, fragt… …weiterlesen
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Vom Teig, der aufgeht
Wie ein zäher Teig wälze ich mich aus der Türe. Jeder Schritt ist schwer, zäh und dauert lange. In mir drinnen ist alles verschlossen und trotzdem gehe ich fast über, bin unklar und unrund. Und weiß gar nicht so recht, warum. Ich gehe weiter, bei jedem Schritt kommt es mir so vor, als würde ich… …weiterlesen
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Nahe sein
Was uns nahe sein lässt, ist die Zeit, die wir miteinander verbringen. Die Zeit, in der es das andere nicht schafft, uns voneinander loszureißen, in der du und ich wichtig sind. Die Zeit, die wir uns nehmen füreinander. Was uns nahe sein lässt, ist die Qualität unseres Beisammenseins. Die Beschaffenheit des Moments, die Art und… …weiterlesen
